netzeitung.deAdam Green: Publikumsliebling mit Hochzeitssänger-Qualitäten

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Adam Green (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Adam Green
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Am Freitagabend hat der gefeierte Sänger Adam Green in Berlin einen «geheimen Auftritt» gegeben. Mieze und Sarah Kuttner waren begeistert.

Zwar findet Harald Schmidt, Kritikerliebling Adam Green sehe aus wie Benjamin von Stuckrad-Barre mit Perücke, doch wenn man den 24-jährigen New Yorker live sieht, erinnert er eher an Jason Schwartzman, der als chaotischer Nerd in dem Film «Rushmore» sein Unwesen treibt - oder auch an Adam Sandler als Hochzeitssänger in «Eine Hochzeit zum Verlieben».

Green, der am Freitagabend in Berlin bei einem von den Zeitschriften «Musikexpress» und «Jolie» arrangierten «secret gig» vor kleinem Publikum auftrat, blickte mit seinen so fotogenen großen Augen über die Fans vor der kleinen Bühne hinweg, unter denen auch Mieze von Mia, Viva-Moderatorin Sarah Kuttner und Barbara Schöneberger waren. «Zufriedenheit» rief er als erstes - auf Deutsch - ins Mikrofon, schließlich ist er auch Poet.

Ganz im Gegensatz zu seinem schlacksig-stoffeligen Auftritt mit putzigen Ganzkörperwellen steht die beeindruckend tiefe, punktgenaue Stimme, die ihm bereits den Titel «Indie-Sinatra» eingebracht hat. Unter anderem sang Green seine kurzen, fulminanten Songs «Emily», «Gemstones» und «Carolina». Das vom Publikum eingeforderte «Jessica Simpson» verweigerte der junge Mann mit dem Charme eines 13-Jährigen, der bei Tantenbesuchen selbstchoreografierte Shows aufführt, bei denen alle klatschen, weil er sich über Applaus so niedlich freut.

Blaukraut bleibt Brautkleid
Das Gerücht, dass 80 Prozent seiner Fans mit Green ins Bett wollen, wirkte angesichts seines Auftretens in Berlin recht aus der Luft gegriffen. Erinnerte da sein Charisma doch eher an den Highschool-Schachclub als an erotische Kissenschlachten. Trotzdem war man und frau begeistert, denn Green hat definitiv Entertainer-Qualitäten.

Während Schöneberger amüsiert schunkelte, lieferte sich Mieze fototaugliche Tanzgefechte. Die Sicherheitsleute sorgten schließlich nur dafür, dass Green nicht fotofgrafiert wird. Also blieb genug Platz für die Lokal-Prominenz.

Green, der fast nach Glenn-Gould-Art in seiner Musikwelt versunken schien, würdigte das Publikum nicht eines Blickes. Doch immerhin wusste der sich gerade auf Europa-Tour befindliche Sänger, dass er in Deutschland ist: «Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid», verkündete er lächelnd zum Abschied - natürlich auch das auf Deutsch.