Adam Green: Publikumsliebling mit Hochzeitssänger-Qualitäten
Ganz im Gegensatz zu seinem schlacksig-stoffeligen Auftritt mit putzigen Ganzkörperwellen steht die beeindruckend tiefe, punktgenaue Stimme, die ihm bereits den Titel «Indie-Sinatra» eingebracht hat. Unter anderem sang Green seine kurzen, fulminanten Songs «Emily», «Gemstones» und «Carolina». Das vom Publikum eingeforderte «Jessica Simpson» verweigerte der junge Mann mit dem Charme eines 13-Jährigen, der bei Tantenbesuchen selbstchoreografierte Shows aufführt, bei denen alle klatschen, weil er sich über Applaus so niedlich freut.
Während Schöneberger amüsiert schunkelte, lieferte sich Mieze fototaugliche Tanzgefechte. Die Sicherheitsleute sorgten schließlich nur dafür, dass Green nicht fotofgrafiert wird. Also blieb genug Platz für die Lokal-Prominenz.
Green, der fast nach Glenn-Gould-Art in seiner Musikwelt versunken schien, würdigte das Publikum nicht eines Blickes. Doch immerhin wusste der sich gerade auf Europa-Tour befindliche Sänger, dass er in Deutschland ist: «Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid», verkündete er lächelnd zum Abschied - natürlich auch das auf Deutsch.

