netzeitung.deReinhard Mey bedauert den Kanzler

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Reinhard Mey (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Reinhard Mey
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Liedermacher Reinhard May hat den Erfolg seiner neuen Platte genutzt, um über den Kanzler, Michel Friedman und die 68er zu schimpfen.

Das neue Album von Reinhard Mey hat auf Anhieb Platz zwei der Charts erobert. «Nanga Parbat» ist insgesamt schon Meys 49. Platte. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin «Focus» zeigt sich der 61-Jährige kämpferisch. Wie schon zur Zeit der Studentenrevolte könne er allerdinsg auch heute mit den 68ern nichts anfangen: «Weil ich meine Ideale nicht für die Krumen am Tisch der Wirtschaftsbosse verrate.»

Der Liedermacher habe schon vor 36 Jahren «nicht nur den bestehenden Umständen kritisch» gegenübergestanden, sondern auch der Art und Weise, wie alles «verändert und zerschlagen werden sollte».

Den Unmut des Musikers erregt auch Michel Friedman. Mey unterstellt dem TV-Moderator, der sich nicht nur Kokain, sondern auch ukrainische Prostituierte aufs Hotelzimmer bringen ließ, Doppelzüngigkeit: «Meinetwegen kann er so viel koksen, bis ihm die Nase wegfliegt. Aber wenn er weiß, dass er Menschen benutzt, die als Sklavinnen gehalten werden, dann ist das ein Verbrechen. Danach jedoch schwingt er sich wieder zur moralischen Instanz auf.»

Geradezu hämisch lesen sich Meys Äußerungen zur Kanzlergeburtstagsfeier. Die sei «total daneben» gewesen. «500 Freunde hat er eingeladen. 500 Freunde! Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der so viele Freunde hat. Ich würde vor Kummer in die Tischkante beißen, wenn ich weiß, jetzt kommt mein Freund Putin aus dem fernen Russland, bringt noch Ludmilla und 40 Kosaken mit, und ich kann nur ein Foto mit ihm machen, dann ist er wieder weg.» (nz)