Eine Frage des guten Klingel-Tons
15.03.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Alicia Keys mag Handyklingeltöne
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mit Handy-Klingeltönen verdient die Musikindustrie Millionen. Doch sorgt das Gedudel selten für Freude bei den Mitmenschen. Nicht einmal bei den Musikern selbst.
In Großraumbüros bringen Handyklingeltöne manche Leute zum Brüllen, sie nerven in der U-Bahn, und oft erkennt man nicht einmal, um welches Stück es sich eigentlich handelt. Nicht einmal die Musiker selbst.
«Die meisten Klingeltöne sind einfach nur stümperhafte Umsetzungsversuche», sagte Michi Beck von den Turntablerockers und den Fantastischen Vier der «Süddeutschen Zeitung» über die Lieder, die zu Handyklingeltönen werden. Noch schlimmer fände er allerdings die «unglaublich penetranten Werbespots».
Auch Denyo von den Beginnern hält nicht viel von dem Gedudel: «Ich hab' mir mal zum Spaß unsere Single 'Fäule' als Klingelton runtergeladen. Ich musste es mir viermal anhören, bis ich es überhaupt wiedererkannt habe, so schrottig klingt das.»
Wachsender MarktIm Jahr 2003 hat die Musikindustrie mit Klingeltönen für Mobiltelefone fünf Mal soviel Geld verdient wie mit dem Verkauf digitaler Musik über das Internet, meldete die «Financial Times Deutschland». Und der Markt wächst. Schließlich gibt es auch Leute, die Handyklingeltöne mögen, wie zum Beispiel US-Sängerin Alicia Keys: «Ich finde es immer gut, wenn Leute Musik hören. Ob die aus dem Handy oder von einem Plattenspieler kommt, finde ich nicht so wichtig.» (nz)