Run auf Piercing-Studios nach Jackson-Auftritt
08. Feb 2004 14:04
 | Janet Jacksons gepiercte Brust | Foto: AP |
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Ob Janet Jackson wie geplant von ihrem Skandalauftritt profitiert, ist fraglich. Dass andere es tun, dagegen sicher: Piercing-Studios verkaufen mehr Brustschmuck als je zuvor.
US-Sängerin Janet Jackson hat durch ihre entblößte Brust beim amerikanischen Superbowl Piercing-Studios in den USA eine unverhoffte Gewinnsteigerung beschert. In den vergangenen Tagen seien zahlreiche Frauen und Männer mit dem Wunsch zu ihnen gekommen, den gleichen Schmuck wie Jackson zu erhalten, sagten Angestellte und Inhaber verschiedener Studios.
«Das hat definitiv einen Markt geöffnet», sagte zum Beispiel Jason Price, der bei «Tattoo Zone» auf dem Hollywood Boulevard in Los Angeles arbeitet. In der vergangenen Woche hätten sich mehr als doppelt so viele Kunden wie sonst nach dem Verfahren erkundigt.
«Ich liebe sie»
Bianca Bubenik, die in New York zwei Tattoo- und Piercing-Studios besitzt, spricht von Silberschmuck, der sich seit Jacksons Skandalauftritt «wie verrückt» verkaufe. Und der New Yorker Tommy Vega ließ sich gar von der Sängerin inspirieren: Er habe sich noch einmal piercen lassen, um den gleichen Schmuck wie sie zu tragen, sagte der 23-Jährige. «Ich liebe sie, und es sah einfach süß aus», sagte Vega. Jackson und ihr Duett-Partner Justin Timberlake hatten am Sonntag vor einer Woche für öffentliche Entrüstung gesorgt. Timberlake entblößte während des Auftritts in der Halbzeit-Pause des Superbowls Jacksons Brust. Beim Fernsehsender CBS gingen daraufhin zahlreiche Anrufe aufgebrachter Zuschauer ein. Alle Beteiligten entschuldigten sich. Eigentlich sei alles gar nicht in diesem Ausmaß abgesprochen gewesen.
Rimes: «Nicht zu fassen»
Der amerikanische Country- und Pop-Star LeAnn Rimes kommentierte indes den Vorfall der Sangeskollegin als einen Versuch, mit durch Anspielungen auf Sex Musik zu verkaufen. «Wenn ich Janets Busen beim Superbowl herausspringen sehe, denke ich, dass einige Frauen versuchen, Sex zu verkaufen», sagte die 21-Jährige am Sonntag. «Ich denke, sie wollten so was wie den Britney-Madonna Kuss auf MTV.» Britney Spears und Madonna hatten bei der jüngsten Preisverleihung des Musiksenders mit einem Zungenkuss Aufmerksamkeit erregt. Janet Jackson veröffentliche demnächst ein neues Album, sagte Rimes. Die Popsängerin sei daher darauf aus, ihren Namen so oft wie möglich in der Presse zu sehen. «Und dafür denkt man sich solche Gags aus, das ist nicht zu fassen», sagte Rimes, die mit Hits wie «Can't fight the moonlight» und «How do I live» bekannt wurde. «In Amerika sieht man sowas nicht in der Hauptsendezeit. Man will nicht den Busen einer Frau beim Superbowl herausspringen sehen, ich denke, das ging ein bisschen zu weit.» (nz)