netzeitung.deHanseatisch gezähmter Country

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Dirk Darmstaedter und Bernd Begemann (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Dirk Darmstaedter und Bernd Begemann
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mädchenschwarm Dirk Darmstaedter und Liedermacher Bernd Begemann gehen mit ihrem Country-Album auf Deutschland-Tour.

Es ist keine Seltenheit, dass Männer um die 40 die Country Musik entdecken. Irgendwann ist die Frau halt weg, das Pferd lahmt, und die Flasche ist nicht mal mehr halb voll. Auch der Ex-Jeremy-Days-Sänger Dirk Darmstaedter, der mittlerweile mit seiner Band Me and Cassity schöne Platten veröffentlicht, und der Liedermacher und begnadete Entertainer Bernd Begemann (Ex-«Die Antwort») scheinen infiziert. Folgerichtig haben sie ein gemeinsames Album veröffentlicht: «This Road Doesn't Lead To My House Anymore».

Beide haben sich mit ihren Bands bisher vor allem an britischer Popmusik orientiert, beide gehen aber solo auch gerne mal in Richtung Amerika. Darmstaedter kann die USA sogar sein Heimatland nennen. Ein Tribut an Country-Singer/Songwriter der sechziger und siebziger Jahre wie Jim Croce, Jimmy Webb oder Glen Campbell ist also nur konsequent.

Zehn Lieder bietet das Album, davon sechs Eigenkompositionen, zu denen auch der hervorragende Titelsong von Bernd Begemann gehört. Dazu kommen vier Cover-Versionen: «Why Don't You Love Me (Like You Used To Do)» von Hank Williams, «I Got A Name» von Jim Croce, John Sommers durch John Denver bekannt gewordenes «Thank God I'm A Country Boy» und den, von Begemann wundervoll vorgetragenen, Tammy-Wynette-Hit «Till I Get It Right».

«So hanseatisch gezähmt, gepflegt und staubfrei klang noch keine Countryplatte», schreibt die «Szene Hamburg» und meint das durchaus als Kompliment. «Kein Roots-Geknarze das Ganze, sondern schöner Country-Pop, almost blue» urteilt der «Rolling Stone».

Die Platte ist gelungen, auch wenn sie mit Country nur sehr wenig am Hut hat: Die Sozialisation von Begemann und Darmstaedter lässt sich nicht verleugnen, der Pop-Einfluss sich kaum überhören. Und häufig erinnert sie eher an Folk, denn an die angekündigte Landmusik. Das wird aber nur die Puristen stören, für alle anderen bietet das Album solide eingespielte, aber etwas kurz geratene Unterhaltung.

Zwei große Live-Künstler auf Tour
Die beiden sind damit auch auf Tournee durch Deutschland und bespielen noch bis zum 23. Dezember die Republik. Sie kommen mit illustrer Begleitband und werden neben den zehn Songs der Platte noch einige andere Favoriten aus ihrer Liedersammlung vortragen.

Schon beim Hamburger Promo-Gig war zu erkennen, dass die beiden langjährigen Frontmänner ein wenig Mühe beim kollegialen Nebeneinander auf der Bühne haben. Aber alleine das Beobachten eines gemeinsamen Auftritts dieser zwei großen Live-Künstler rechtfertigt den Besuch.

Tour-Termine
16. Dezember, Berlin
17. Dezember, Köln
18. Dezember, Schorndorf
19. Dezember, Weinheim
20. Dezember, Dresden
21. Dezember, Fürth
22. Dezember, Frankfurt a.M.
23. Dezember, Dortmund