netzeitung.deUniversal vereinbarte Plätze in Viva-Rotation

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Der Musiksender Viva hat einem Bericht zufolge Teile seiner Rotation exklusiv für Universal Music reserviert. Die Plattenkonkurrenz ist empört: Regulär herrscht heftiger Wettstreit um die begehrten Plätze.

Aufruhr in der deutschen Musikbranche: Der Plattenkonzern Universal Music hat sich in einer geheimen Vereinbarung über ein Jahr exklusiv bis zu 50 Plätze in der begehrten Clip-Rotation für «Newcomer» beim Musiksender Viva gesichert, wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» berichtete. Sony-Music-Chef Balthasar Schramm nennt die Vereinbarung demnach eine «krasse Wettbewerbsverzerrung», Ex-EMI-Chef Udo Lange halte den Deal für «unmoralisch».

Die Universal-Konkurrenz ist deshalb so empört über die Vereinbarung, da dem Bericht zufolge regulär heftiger Wettbewerb der Plattenfirmen um die wöchentlich nur sechs bis acht Videos herrscht, die bei Viva redaktionell aus 60 bis 80 Bewerbern ausgewählt werden. Die Plätze seien heiß begehrt, da sie die einzige Chance für noch nicht in den Charts vertretene Musiktitel seien, in das Programm des Senders zu gelangen.

Den Kampf um die Plätze umging Universal offenbar mit der Vereinbarung. Laut «Spiegel» wurden bei Treffen zwischen Viva-Redakteuren und Universal-Managern die Videos für das Viva-Programm vorab festgelegt. Im Gegenzug für den exklusiven Zugriff habe Universal Viva Werbeleistungen von rund 18.000 Euro pro Video, also fast eine Million Euro, sowie eine Verkaufsbeteiligung von mehr als 20 Cent pro CD zugestanden.

Universal weist in einer Stellungnahme «geheime Absprachen» zurück und spricht stattdessen von «einer vorgezogenen redaktionellen Auswahl zum Nutzen beider Seiten», wie der «Spiegel» weiter berichtete. Bei Viva heiße es, es sei nie zu einer konkreten Vereinbarung gekommen. (nz)