09.05.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Tom Waits
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach viele Jahren Musiker-Daseins gibt sich Tom Waits desillusioniert: Musik gehört zu den Luxusgütern, und selbst in dieser Kategorie steht sie für die meisten erst am Ende einer langen Liste, glaubt er.
Sänger und Songwriter Tom Waits hat seine 70er-Jahre Positionen revidiert. Er glaube nicht mehr an die mobilisierende Wirkung von Musik, sagte er der Programmzeitschrift «TV Spielfilm». «Ein Song kann Leute nicht wirklich zu irgendeiner Art politischer Aktion animieren», so der Altstar.
Auch für lebensnotwendig hält er sein «Produkt» nicht. Musik sei vielmehr ein Luxusartikel am Ende einer langen Liste von Dingen, die man wirklich brauche, sagte er. Auch in politischer Hinsicht neigt Waits zu pessimistischen Einschätzungen: Das größte Problem in der Geschichte der Menschheit sei, «dass die Leute, die die Wahrheit kennen, den Mund nicht aufmachen. Und diejenigen, die von nichts eine Ahnung haben, bekommt man einfach nicht zum Schweigen.», klagte er in dem Interview.
Musik macht er trotzdem. Mit «Alice» und «Blood Money» legt er nun zwei neue Alben vor. (nz)