Kuscheln mit Gitarre
07.08.2001
Herausgeber: netzeitung.de
Gitarrist Russell Malone dürfte die Aufnahmen seiner Musiker-Kollegen kennen. Sein am Dienstag erscheinendes sechste Solo-Album «Heartstrings» ist dennoch nicht ganz die übliche Jazzkuschelei.
Jazz ist für Malone «ein Synonym für die Art und Weise, wie man etwas macht.» So nimmt Malone denn auch Songs unterschiedlichster Herkunft. Da gibt es «Wind In The Willow», das durch den Varietésänger Michael Feinstein bekannt wurde, aber auch «Handful Of Stars», ein Klassiker von Nat King Cole und Stan Getz.
«So sehr ich den Jazz liebe, ich würde nie den Fehler machen zu behaupten, daß er mehr wert sei als Rock, Rhythm`n`Blues, Gospel oder Country», versicherte Malone jüngst dem Branchenblatt «Jazzecho».
«Ich würde das nie sagen, weil ich selbst alle Arten von Musik liebe. Mir macht es genauso viel Spaß, mir ein Album von Willie Nelson anzuhören wie eine Einspielung von Duke Ellington. Es gibt genug Jazzer, die Künstler, die eine andere Musik machen, herablassend behandeln. Das käme mir nicht in den Sinn.»
Seine erste Aufnahme unter eigenem Namen machte Russell Malone 1992 für Columbia Records. Dem titellosen Debütalbum folgte 1993 «Black Butterfly» und 1995 «Wholly Cats».
Arrangiert wurden die Streicher auf «Heartstrings» von den größten Namen in der Branche. Johnny Mandel schrieb die Streicherarragements für «How About Me?» und den Titelsong «Heartstrings». Der Pianist Alan Broadbent lieferte die Arrangements für «Loved Ones», «You Needed Me» und «Why Try To Change Me Now?».
Auf «Heartstrings» spielen damit gleich mehrere Orchester neben Malones Gitarre. Es ist Musik für einen entspannten Abend, an den Tagen, an denen es niemals so richtig hell wurde. Noch mag es zu früh dafür sein, doch der Herbst kommt, und dann ist es gut, diese CD zu haben.
Für das Web ediert von Jens Teschke

