24.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Icke und Er organisieren Spendenevent 'Ein Hartz für Berlin'
Foto: NZ
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ob Icke und Er, Peter Fox oder Sido: Wenn sie sprechend ihr Berlin besingen, ist es oft das prollige, das arme, das Berlin, in dem Menschen auch von der «Tafel» leben. Genau diesen Menschen wollen die Musiker nun helfen.
Am Anfang stand die einfache Idee, einen «tollen Abend für Berlin» zu gestalten und dabei noch «Jeld für die jute Sache» zu sammeln. So beschrieb das Künstlerduo Icke und Er auf einer Pressekonferenz am Dienstag die Geburtsstunde des Spendenevents «Ein Hartz für Berlin». Der ehemalige Nachbar Bela B. von den Ärzten konnte als Mitinitiator gewonnen werden, man rief weitere Künstler an, und schließlich wurde die Idee groß. «Alle machten mit», freuten sich Icke und Er, nicht ohne selbst ein wenig überrascht zu sein. Schließlich übernahm sogar Klaus Wowereit, der Berlins Regierender Bürgermeister, die Schirmherrschaft für die Veranstaltung.
«Alle machten mit»Und so versammeln sich am 19. Juli zahlreiche namhafte Künstler der Hauptstadt auf der Open-Air-Bühne in der Zitadelle Spandau. Peter Fox, K.I.Z., Sido, T.Raumschmiere und viele weitere Musiker verzichten an diesem Abend zugunsten der Berliner Tafel auf ihre Gage, nicht zu vergessen natürlich die Initiatoren Icke und Er und Bela B.
Die Liste der Gäste umfasst aber ebenso auch Künstler von außerhalb Berlins, wie etwa Fettes Brot alias «Die Schreck Pistols» oder Michael Hirte. Dazu kommen weitere Überraschungsacts, die Icke und Er noch nicht preisgeben wollen. Alle, die sich allerdings gar nicht gedulden können, mögen ihre Schlüsse aus der Freundesliste der Myspace-Seite zum Festival ziehen.
«Songs zum Mitmachen» und «Polonaise»Überraschungen hält aber nicht nur das Line Up, sondern auch das Programm bereit. Dazu werde aber noch nichts Konkretes verraten. Hin und wieder ließen Icke und Er aber doch einige Details durchsickern, Schlagworte wie «eigens einstudierte Kollaborationen», «Songs zum Mitmachen» oder «Polonaise» lassen erahnen, dass es ein - nach Definition der Veranstalter - «außergewöhnlich lustiger und unterhaltsamer Abend» werden könnte. Auf die Frage, ob das Künstlerduo selbst eine Überraschung vorbereitet habe, gibt es eine eindeutige Antwort: «Absolut!»
Die Erlöse aus dem Ticketverkauf werden anschließend der Berliner Tafel gespendet. Seit 1993 hat die es sich zur Aufgabe gemacht, denen zu helfen, die zu wenig haben: Armen, Bedürftigen und Kindern. Dazu verteilt sie jeden Tag gespendete Lebensmittel an soziale und karikative Einrichtungen. «Was die jeden Tag für Berlin und seine Menschen leisten, ist echt einmalig», finden Icke und Er.
Um jedoch auch weiterhin Großes leisten zu können, benötige man dringend neue Lieferwagen, sagte die Vorsitzende der Berliner Tafel e.V., Sabine Werth, mit den alten Autos sei Ende des Jahres «Zapfenstreich». Sie freut sich daher über jeden Betrag, der bei dem Event zustande kommt.
Tickets für Hartz-IV-EmpfängerNeben dem Kartenverkauf gibt es außerdem ein Spendenkonto und eine SMS-Hotline, über die eine «janz amtliche Summe» gesammelt werden soll, so hoffen Icke und Er. Und weil der Abend vor allem im Sinne der Bedürftigen steht, gibt es neben den Eintrittskarten für 28 Euro auch ein Ticketkontingent für Hartz-IV-Empfänger für 5 Euro.
Auf diese Weise wolle man den Begriff «Hartz IV» für einen Abend einmal «positiv besetzen», auch wenn Icke und Er sich ansonsten als entschiedene Gegner der Hartz-IV-Gesetzgebung verstehen. Ob es bei diesem einen Abend bleibt, wissen die beiden selbst noch nicht, die Möglichkeit einer Fortsetzung schließen sie jedenfalls nicht aus. Und vielleicht kann man zu diesem Anlass ja «eine Tradition begründen», die eine ähnliche Entwicklung nimmt wie die Berliner Tafel: Zuerst eine bloße Idee, dann die Realisierung in Berlin und schließlich bundesweit «eine jute Sache». Oder, um es mit dem Titel ihres erfolgreichsten Rap-Songs zu sagen: «Richtig geil.» (nz)