netzeitung.deEin neuer Star des Jazz-Gesangs

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Jane Monheit lässt ihr Haar für den Jazz wallen (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Jane Monheit lässt ihr Haar für den Jazz wallen
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die große Zeit des Jazz-Gesangs schien lange vorbei zu sein. Doch jetzt geht Jane Monheit, die große Hoffnung der Szene, auf Tournee.

BERLIN. In den letzten Jahren war es vornehmlich Diana Krall, die die Songs aus der Swingära zu neuem Leben erweckte. Sie bekommt jetzt Konkurrenz von der gerade mal 23-jährigen Jane Monheit. In ihr sehen die Kritiker eine würdige Nachfolgerin Ella Fitzgeralds.

Bereits 1998 gewann Monheit einen sensationellen zweiten Platz beim Theolonius Monk Wettbewerb in New York, dem etliche Auftritte im Licoln Center und im Village Vanguard folgten. Am Neujahrstag wurde sie nun endgültig in die ehrwürdigen Jazzreihen aufgenommen: sie sang im legendären Blue Note.

Hohes Kritikerlob
Ihrem von den Kritikern und vom Publikum gelobten Debüt Album «Never Never Land» folgt jetzt erstmals eine internationale Tournee, die sie auch nach Deutschland führen wird. Der Kritiker Michael Bourne lobt die Sängerin in den höchsten Tönen.

Ihre Interpretation des Standards «Detour Ahead» sei voller Sehnsucht und Gefühl. «Am Ende wich sie tatsächlich von der eigentlichen Melodie ab», schreibt Bourne in einem Beitrag für die

Jane Monheit Webseite unter Anspielung auf den Titel, der übersetzt so viel heißt wie, «Achtung Umleitung».

«Sie sang wahrhaftig, ohne Vibrato oder gekünsteltes Klischee. Sie sang ganz einfach still und geheimnissvoll. Sie sang, wie nur eine Jazz-Sängerin singen würde, wie nur diese Sängerin singen würde.

Vorbild Ella Fitzgerald
Der Vergleich mit Ella Fitzgerald schmeichelt der Nachwuchskünstlerin. In einem CNN-Interview sagte sie jüngst, »Allein der Vergleich mit ihr ist eine Ehre. Sie ist immer mein Idol gewesen.« Ella habe immer so gesungen, wie sie auch gesprochen habe. »Ganz natürlich und genau so möchte ich auch klingen.« Am Anfang habe sie immer den Fehler gemacht, besonders jazzig klingen zu wollen, aber sie habe erkannt, dass das Geheimnis darin liegt, »ganz real zu sein«, sagt Monheit.

Aufgewachsen ist Monheit in New Jersey in einer durch und durch musikalischen Familie. Vater und Mutter waren beide Musiker und auch ihr Bruder spielt in einer Rockband. Beginn der Karriere waren Auftritte auf Hochzeiten und in der High School.

Balladen bis ans Lebensende
Dann ging es rasch nach New York, wo sie 1994 mit dem Gesangsstudium an der Manhattan School of Music begann. Nebenbei erste Auftritte in den Jazzbars der Stadt.
Im Abschlußjahr, 1998 dann schließlich die große Chance beim Thelonious Monk International Jazz Vocal Wettbewerb in Washington teilzunehmen. Mit »I wish you were love, «Lover Come Back to Me,» und eben «Detour Ahead» sang sie sich auf Platz zwei.

Ihren Schwerpunkt legt die gerade 23 Jahre alt gewordene Monheit auf Balladen. «Wenn ich mein Leben lang Balladen singen könnte, hätte ich kein Problem damit. Ich glaube das liegt an meiner Art von Dramatik.»

Gefragt, ob sie sich auch andere Songs außer Jazz-Balladen vorstellen könne zu singen, will sich Jane Monheit trotzdem nicht festlegen. «Ich glaube Jazz wird immer meine Basis bleiben, aber es gibt so viel Musik in der Welt. Ich kann mir nicht vorstellen, mich nur auf eine Richtung zu beschränken.»



Für das Web ediert von Jens Teschke