28. Nov 2008 16:00
The Killers haben ihr drittes Studioalbum vorgelegt. Überraschenderweise klingt «Day & Age», als würden The Queen und ABBA eine Party mit Heino und Elton John feiern, meint
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Die musikalische Mixtur des Grauens beginnt noch recht gnädig mit dem Opener «Losing Touch» und bewährten Killers-Sehnsuchtsmelodien, in der Single-Auskopplung «Human» geht es schon ärger zur Sache. Ein Textauszug gefällig? «Are we human?/Or are we dancer?» - Die Achtziger sind doch schon 20 Jahre vorbei! Doch damit nicht genug der Schock-Effekte: Der Song «Joy Ride» überrascht mit exotischen Dschungel-Rhythmen, was im «König der Löwen»-Intro von «This Is Your Life» gipfelt. In «A Dustland Fairytale» hat Flowers plötzlich ein Elton-John-Moment und wie wäre es mit einem Saxophon-Solo en plus? Auch das bewährte Killers-Hit-Prinzip - wir pirschen uns langsam an den Refrain heran, und dann «Babbbabbbabbammm», hauen wir ihnen mit einem Mörderriff die Ohren weg - führt auf «Day & Age» nicht immer zum Erfolg. Dazu wurde einfach viel zu schwülstig und popmös arrangiert.
Zum Glück wird diese musikalische Zirkus-Aufführung zum Ende der Platte ein wenig abgedämpft. «I Can't Stay» und «Neon Tiger» reißen das Ruder wieder etwas rum. Doch nicht zu früh gefreut, denn der letzte Track «Goodnight, Travel Well» versinkt gar völlig in pastoralem Trompeten-Zauber.
Fazit: Die dritte Killers-Platte ist, was man im englischsprachigen Raum allgemein als «cheesy» bezeichnet, «geschmacklos». Als enttäuschter Fan erwäge ich nun ernsthaft, einen offenen Brief an The Killers zu schreiben. «Teuerster Brandon Flowers, was war da los?!!!»
The Killers: «Day & Age» (Island/Universal)
The Killers - «Human»: