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Axl Rose und sein einsames Comeback: 

Der Rocky Balboa der Luftgitarre

21. Nov 2008 17:02
Guns N' Roses neues Album
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Nach gefühlten 150 Jahren Wartezeit ist das sagenumwobene neue Album von Guns N' Roses nun endlich zu hören. Kerstin Rottmann hat sich mit «Chinese Democracy» durchaus amüsiert. Mit Video.

Billig will ich - das könnte das Motto der neuen CD von Guns N' Roses sein. Ist es aber nicht. 15 Jahre lang hat sich Frontmann Axl Rose Zeit gelassen, um unter altem Bandnamen, aber mit neuen Mitgliedern ein neues Album einzuspielen. Ach ja, und 20 Jahre ist es her, seit die Band mit «Sweet Child O'Mine» einen Hit hatte.

Was für eine Kraftanstrengung also muss «Chinese Democracy» gewesen sein! Tausende von Aufnahmestunden in diversen Studios, zahlreiche Produzenten und wohl auch mehrere Haartransplantationen (am Leadsänger...) später ist es also endlich soweit - das wohl am längsten erwartete Album der Rockgeschichte ist auf dem Markt. Nicht irgendwie natürlich. Seit dem gestrigen Donnerstag sind die 14 neuen Titel im Netz zu hören, Freitagnacht werden obskure Record-Release-Partys - etwa mit Ex-Mitgliedern der Bloodhound-Gang - begangen, um den Anlass zu feiern.

Auch die Feuilletons sind voll von Rezensionen, meist überlange «Wichtig-wichtig!»-Exegesen, die gleichzeitig vor Häme und Spott nur so überquellen. Und ja, es ist wahr - «Chinese Democracy» sieht mit seinem sepiafarbenen Cover, dem ollen Fahrradfoto und den altertümlichen Schriftzügen nicht nur billig aus. Genauso hört sich das Ganze auch an.

Wieder mit voller Haarpracht: Axl Rose
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Krawumm, ich fall' um: abgedrehte Gitarrensoli, seltsames Synthie-Gewaber, jubilierende Kinderchöre, gepaart mit Axl Roses' schon ein wenig schütter gewordenen HighPitch-Vocals und dem typischen, leicht irren Lachen. Doch seien wir ehrlich: Mehr oder weniger genialer White-Trash-Metal war doch schon immer die Spezialität der US-Band?! Dass sich das heutztage eben ein wenig wie aus der Zeit gefallen anhört, ist doch nun wirklich nicht die Schuld von Axl Rose, der als eine Art Rocky Balboa der Luftgitarrenfraktion Jahr und Tag um sein einsames Comeback gerungen hat.

Allein schon der rührende Gedanke, in die Mitte des Booklets ein Miniposter mit Mao, chinesischen Schriftzeichen (die bestimmt sowas Wirres wie «gebackener Hund an Fernbedienung» heißen, weil, wie im Tattoo-Studio, irgendeiner die Schriftzeichen durcheinander gebracht hat) und dem Namen der Band zu packen! Das ist so over!, wie man heutzutage sagen würde. Kann das bitte mal jemand Axl Rose erklären? Ach, der weiß das schon? Na dann.


«Chinese Democracy» live in L.A., via Youtube


 
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