21.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Nur noch auf dem Online-Foto US5-Mitglied: Chris Watrin
Foto: NZ Screenshot
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach drei Jahren Boygroup zieht Chris Watrin eine bittere Bilanz: Der Sänger ist körperlich und psychisch am Ende seiner Kräfte. Nach einer psychiatrischen Behandlung will er nun sein Abitur nachholen.
Chris Watrin verlässt die Boygroup US5. «Ich will nie wieder Musik machen», sagte er der «Bild»-Zeitung. «Der Ausstieg ist der einzige Weg. Er rettet mein Leben. Ich bin körperlich und psychisch am Ende.» Der Sänger leidet unter einem Burn-Out-Syndrom. Sein Arzt habe ihm die sofortige Beendigung seiner Musikkarriere nahegelegt. «Es tut mir leid für die Fans, für die Jungs in der Band. Aber wenn ich jetzt nicht aufhöre, gehe ich zugrunde», sagte Watrin.
«Ich hatte keine sozialen Kontakte»In dem Interview erklärte er, dass er sich schon seit Monaten kraftlos und leer gefühlt habe. «Irgendwann funktionierte ich nur noch, habe eine Rolle gespielt. Ich hatte keine sozialen Kontakte. Da war niemand, dem ich mich öffnen konnte.» Schließlich suchte er die Hilfe eines Psychiaters: «Es war hart, mir das einzugestehen. Aber ich merkte, dass ich nicht mehr konnte.»
Der 20-Jährige ist seit Gründung der Band vor drei Jahren dabei. Nach seinem letzten Auftritt am vergangenen Wochenende in Düsseldorf hatte er in der Garderobe einen Kreislaufzusammenbruch erlitten. Mit dem Kölner verlässt der letzte Deutsche die US-britisch-deutsche Castingband, die aus Lou Pearlmans TV-Show «Big in America» hervorgegangen war. Erst im vergangenen Herbst war der Mainzer Michael «Mikel» Johnson ausgestiegen, um eine Solokarriere zu starten.
Schule statt BühneChris Watrin hat andere Pläne: «Ich möchte unbedingt mein Abi machen, das konnte ich wegen der Band ja nie. Sobald es mir besser geht, suche ich mir ein Abendkolleg, an dem ich den Abschluss nachholen kann.» Wo der Musiker die Schulbank drücken will, verriet er nicht.
Er werde sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückziehen und wieder mehr seiner Familie zuwenden. «Ich muss mich von den Einflüssen der Musikbranche abschotten, um wieder zu mir selbst zu finden», so Watrin.
Sein Anwalt Schmitte sagte, die Verträge mit Management und Plattenfirma seien gekündigt und die Papiere am Dienstag zugestellt worden. Eine Reaktion gebe es noch nicht. Die verbliebenen Bandmitglieder wollen nach Angaben der «Bild»-Zeitung zu viert weitermachen.
Es ist nicht ihre erste Krise: US5-Kollege Richie Stringini war 2006 von einem Mann erpresst worden, der mit einem Fotohandy Aufnahmen in der Toilette des Berliner Sage Clubs gemacht hatte. Die Bilder zeigten angeblich homosexuelle Handlungen, was Stringini jedoch bestritt. Der «Bild»-Zeitung erklärte er damals, ihm sei schlecht gewesen, und ein Freund habe ihm geholfen, sich zu übergeben. (nz)