20.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Fleet Foxes
Foto: PR
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Sie zählen zu heißesten Anwärtern auf den Titel «Newcomer des Jahres»: Die Fleet Foxes aus Seattle bringen das Genre Folk-Pop auf ein neues Level und überzeugen mit einem Mix aus Soul-, Rockabilly- und Retro-Einflüssen.
Und plötzlich steigen mitten in einer schal gewordenen Pop-Welt aus einer kühl-silbrigen CD diese Stimmen auf, so bärbeißig zart und einschmeichelnd rau, wie sie sonst nur in der Phantasie von Autoren vorkommen, die sich ihren Werken der Figur des Edlen Wilden widmen. Die Fleet Foxes aus dem US-amerikanischen Nordwesten suchen einen eigenen Weg zum Indierock des Jahres 2008.
Auf der Strecke entdecken sie den alten Wohlklang männlicher Stimmen wieder, die Transzendenz von Simon and Garfunkel, die Harmonie von Crosby, Stills and Nash, die Erdverbundenheit von Matthews Southern Comfort, das Sakrale von Leonard Cohen, die unendliche Weite von The Band.
Die Fleet Foxes aus Seattle graben aber nicht das Alte aus, um es zu bestaunen, sondern um es zu bearbeiten und weiterzuentwicklen. Holzfällerromantik kontakarieren sie mit urbaner Politur à la Beach Boys oder Steely Dan, souligen Einflüssen setzen sie Rockabilly-Ruppigkeit entgegen.
Und all das fassen sie zusammen zu einem schwelgerischen Folk-Pop, der so stimmig dahinfließt, dass kaum ein Song (vielleicht der Opener «Sun It Rises» oder der romantische Schluss «Oliver James»?) aus der traumhaften Musiklandschaft herausragt. Eine der großen Entdeckungen 2008. (Markus Schwarz/AP)
«Fleet Foxes» - Fleet Foxes (Bella Union/Cooperative)
Fleet Foxes- «White Winter Hymnal»: