18.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Sie brechen Mädchenherzen, machen massentaugliche Musik und sind trotz ihres Blitz-Erfolgs skandalfrei. Schlagzeilen machen die Jonas Brothers höchstens, weil sie keinen Sex haben. Enthaltsame Pop-Newcomer kommen übrigens nicht nur in den USA gut an.
Mütter, sperrt eure Töchter ein! Aus den USA schwappt nämlich zurzeit die nächste «teen sensation» über den Teich zu uns nach Europa. Gemeint sind die Jonas Brothers, drei singende Brüder aus dem Bundesstaat New Jersey. Mit braunen Locken, femininen Gesichtszügen und stets aufeinander abgestimmten Outfits erobern der 20-jährige Kevin, der 18-jährige Joe und vor allem der erst 15 Jahre junge Nick, der an Diabetes leidet, die Herzen der Teenager-Mädchen im Sturm.
Jungfräulichkeit ist in den USA ein kostbares Gut«Warum sie nicht zu haben sind, obwohl sie alle drei solo sind», wird in der «Bravo» erklärt. Die Brüder, die einst die Eastern Christian High School besuchten, wollen sich für die «wahre Liebe», also bis zur Hochzeitsnacht, aufsparen. Um dies ihrer Umwelt zu signalisieren, tragen sie «purity rings», sogenannte Reinheitsringe. In einem Land, in dem die Zahl der Teenagerschwangerschaften steigt und steigt, ist Jungfräulichkeit ein kostbares Gut, das es zu beschützen gilt. Daher fließen in Amerika alljährlich Milliarden in «True Love Waits» («Wahre Liebe Wartet»)-Kampagnen. Selbst Britney Spears wurde zu Beginn ihrer Karriere als christliche Südstaaten-Unschuld vermarktet. Jahre später gab sie jedoch zu, zu Zeiten ihrer ersten Single «...Baby One More Time» aus dem Jahr 1999 schon gar nicht mehr unschuldig gewesen zu sein. Ihrer kleine Schwester Jamie Lynn ist der beste Beweis für das Scheitern der tugendhaften Erziehung: Die 16-Jährige bekommt in wenigen Monaten ihr erstes Kind. Dennoch lässt sich die «Unschulds-Masche» immer noch prima verkaufen, vor allem bei jungen Mädchen kommt sie gut an. In deren Augen sind die Jonas Brothers viel sensibler und einfach ganz anders als das Gros männlicher Pubertisten, deren Hormone verrückt spielen.
Der «Bonus Jonas» und Liebes-DementiVerglichen mit den Spears-Schwestern sind die Jonas Brothers bislang wahre Klosterschüler. Zur Schule gehen sie natürlich längst nicht mehr, dafür bleibt während des stressigen Tourlebens keine Zeit. Unterrichtet werden sie stattdessen von ihrem Vater. Der hat übrigens auch die Karriere des jüngsten Familienmitgliedes fest im Griff: Der siebenjährige Frankie, laut Papa der «Bonus Jonas», ist als Sänger von House- und Clubmusik erfolgreich, weiß Promiblogger Perez Hilton.
Denn die Konkurrenz schläft nicht. Der Walt-Disney-Konzern hat bereits die nächste «Teenie-Sensation» in der Warteschleife hängen: Die 15-jährige Demi Lovato. US-Medienexperten munkeln bereits, die bislang völlig allüren-freie Lovato solle das durch ihren Vanity-Fair-Fotoskandal in Ungnade gefallene Miley Cyrus als Teenageridol ablösen. Mit beiden Mädchen wurden den Jonas Brothers bereits Affären nachgesagt - mit Ersterer drehten sie einen Film, mit «Hannah Montana»-Star Cyrus gingen sie als Vorband auf Tour. Ein promptes Dementi von Jonas Senior folgte auf die Liebesgerüchte, sowohl mit Lovato als auch mit Cyrus sei man lediglich «gut befreundet», schließlich leben seine Söhne keusch.
Frei von Liebesproblemchen - geht man davon aus, dass es dem Trio mit dem «Warten» ernst ist - können sie sich auch viel besser auf ihre Musik konzentrieren. Bislang haben die musizierenden Brüder zwei Alben veröffentlicht: «It's About Time» (2006) und «Jonas Brothers» (2007). Als musikalische Vorbilder nennen sie Größen wie Johnny Cash, Prince, Stevie Wonder und die Beatles. In ihrer Heimat ist die Musik der Jonas Brothers bereits preisgekrönt - vor kurzem wurden sie bei den Kids' Choice Awards als beste Band ausgezeichnet. (nz)
Jonas Brothers: «Jonas Brothers» (MCA Record/Universal) erscheint in Deutschland am 20. Juni.
Jonas Brothers - «When You Look Me In The Eyes»:
Die Jonas Brothers auf Tour:
17. Juni - München, Zenith; 18. Juni - Düsseldorf, Philipshalle; 22. Juni - Mannheim, Rosengarten; 23. Juni - Dresden, Junge Garde; 24. Juni - Berlin, Columbiahalle
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