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Wie Jeanne D'Arc: Blanchett als "Virgin Queen" (Foto: PR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wie Jeanne D'Arc: Blanchett als "Virgin Queen"
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Cate Blanchett regiert zum zweiten Mal als jungfräuliche Herrscherin über Britannien. «Elisabeth: Das Goldene Königreich» reicht jedoch nicht an den Vorgänger heran, meint Julia Wilczok .

Im späten 16. Jahrhundert sieht es in England nicht gerade rosig aus. Der einzige Lichtblick zwischen Inquisition, Folter und feucht-kalten Gemäuern ist Elisabeth I., seit nunmehr drei Jahrzehnten Britanniens Königin. Rund zehn Jahre nach dem ersten Teil, der schlicht «Elisabeth» hieß, beleuchtet Regisseur Shekkar Kapur in «Elisabeth: Das Goldene Königreich» eine andere Seite der legendären «Virgin Queen».

1585: Elisabeth I. (Cate Blanchett) ist mächtiger denn je. Mit den Jahren ist sie mehr und mehr in ihre Rolle hineingewachsen, doch auch ihre Konkurrenten sind aggressiver geworden und versuchen, ihr mit allen Mitteln den Thron streitig zu machen. Allen voran Spaniens König Philipp II. (Jordi Mollà), unter dessen Führung die Inquisition aus Spanien über das restliche Europa hinwegfegt. Philipp hat sich mit Elisabeths Cousine Maria Stuart (Samantha Morton) verbündet. Gemeinsam verfolgen die beiden nur ein Ziel: Die ketzerische Protestantin zu stürzen.

Die Berater der Königin drängen weiterhin auf eine baldige Vermählung. Noch haben sie die Hoffnung nicht ganz aufgegeben, dass die Königin irgendwann einem Thronfolger das Leben schenkt. Doch während das Volk über eine eventuelle Unfruchtbarkeit der Herrscherin tuschelt, weist diese weiterhin jeden der eifrigen Heiratskandidaten ab.

Sie hat ja auch Wichtigeres zu tun, als sich mit Gefühlsduseleien zu beschäftigen, zum Beispiel gegen Spanien in den Krieg ziehen. Doch je härter sie durchgreifen muss, desto stärker kommt Elisabeth die eigene emotionale Verletzlichkeit in die Quere. Als sie sich zu allem Überfluss auch noch in den «political pirate» Sir Walter Raleigh (Clive Owen) verliebt, muss sie eine Entscheidung fällen – entweder Frau oder Herrscherin sein, denn eine Verbindung mit dem Seefahrer wäre nicht standesgemäß. Also bittet sie ihre Lieblingskammerfrau Bess (Abbie Cornish), sie über Raleigh auf dem Laufenden zu halten. Als diese sich jedoch mit ihm einlässt, eskaliert die Situation.

Der geschichtliche Hintergrund wird schnell abgehandelt
Allem Pomp zum Trotz kann Teil zwei mit dem Vorgänger einfach nicht mithalten. Wer den ersten Teil dieses Geschichtsdramas gesehen hat weiß, dass es auch darin bereits um Stolz, Betrug, verletzte Gefühle und Intrigen ging. Nicht zuletzt wegen der zahlreichen Zitate und Rückblenden erweckt «Das Goldene Königreich» häufiger den Eindruck, Teil eins noch einmal zu sehen.

Die Königin wird mal mit weiß gepuderter Haut, riesigen Perücken und ausufernden Gewändern, mal mit kurz geschorenem Haar und einfachen Leinenkleidern in ihren Gemächern gezeigt. Doch genau Letztere will man nicht sehen. Eine unsichere Herrscherin, die beim Kampf gegen ihre Gefühle an sich selbst scheitert. Ein weiteres Manko ist die verhinderte Liebesgeschichte, die in allen Facetten ausgemalt wird, während der geschichtliche Hintergrund etwas zu schnell abgehandelt wird – vor allem der Untergang der spanischen Armada. Alles in allem ein bisschen zu seicht für das Porträt einer Monarchin, die eine ganze Epoche prägte.

Erst gegen Ende bekommt der Zuschauer wieder die Elisabeth zu sehen, die er aus dem ersten Teil kannte: In Rüstung und mit wehendem Flammenhaar zieht sie in den Krieg und erinnert dabei ziemlich an Jeanne D'Arc. Und so ähnlich soll Elisabeth auch gewesen sein - eine unabhängige Frau, die zeitlebens unverheiratet blieb und sich ganz und gar der Liebe zu ihrem Volk verschrieben hatte. Oder wie es im Film heißt: «I am called the Virgin Queen. Unmarried, I have no Master. Childless, I am Mother to my people. God give me strength to bear this mighty freedom.»