«Ewiger Gärtner»: Liebe, Tod und Geschäfte
12.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Zwei Möglichkeiten hat der in Nairobi arbeitende britische Mittelbau-Diplomat Justin Quayle (Ralph Fiennes), um sich den Mord an seiner Frau Tessa (Rachel Weisz) zu erklären: Sie hat ihn mehrfach betrogen, hat sich in Angelegenheiten eingemischt, die sie nichts angingen und wurde schließlich von ihrem afrikanischen Liebhaber umgebracht.
Justin und Tessa waren sich näher gekommen, nachdem sie ihn am Ende eines Vortrags mit heftigen Vorwürfen überschüttete - und das so lange, bis der Saal leer war und Justin sich nach ihrem Befinden erkundigte. Nach einem gemeinsamen Drink landet der freundlich-milde Diplomat mit der akkuraten Frisur schließlich in ihrem Bett. Der begeisterte Gärtner und die hitzköpfige wie schöne Frau werden ein Paar. Als Justins Versetzung nach Nairobi ansteht, will Tessa ihn begleiten. Doch dazu müsste sie seine Ehefrau werden. Also heiraten sie.
In Rückblenden erfährt der Zuschauer zunehmend mehr über die Frau, deren Tod am Anfang des Films steht und über die ihr Mann scheinbar genauso wenig weiß wie das Publikum. Bis er sich entschließt herauszufinden, warum sie ermordet wurde.
Mit der gleichen Geschwindigkeit wie auch schon in seinem oscar-nominierten Werk «City Of God» über Jugendliche in den Favellas von Rio de Janeiro stürmen die Bilder und Worte auf den Zuschauer ein. Gedanken blitzen auf, Erinnerungen brechen ab, Farben überschlagen sich. Und Meirelles ist es tatsächlich gelungen, die Hitze Afrikas sichtbar zu machen, während Justin dem Leben seiner toten Frau hinterher jagt.
Weisz ist eine wundervolle Tessa, die mit all ihrer Wut und Energie die gesamte Leinwand auszufüllen scheint. Fiennes trockener Diplomat ist der Rahmen, gegen den sie sich absetzt, in dem sie jedoch auch zur Ruhe kommen könnte, wenn sie die sie umgebende Ignoranz nicht so wütend machen würde.

