netzeitung.deVegetarischer Horror mit Wallace & Gromit

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Im Einsatz für Kürbis und Gurke: Wallace & Gromit (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Im Einsatz für Kürbis und Gurke: Wallace & Gromit
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit einem Werwolf-Kaninchen bekommen es Wallace & Gromit im neuen Werk von Nick Park zu tun. Dem skurrilen Charme von Knet-Hund und -Herrchen kann der Grusel allerdings nichts anhaben.

Die Knetfiguren sind wieder da: «Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen» heißt das neue Abenteuer von Wallace & Gromit – und gottseidank hat auch die Zusammenarbeit mit den Blockbuster-Produzenten von Dreamworks Hund und Herrchen nicht ihre Seele geraubt: Auch im neuen Film zeigt Figuren-Schöpfer Nick Park seine beiden Hauptdarsteller skurril, erfindungsreich, turbulent und mit viel Liebe zum Detail. Eigentlich alles wie immer - und genau so soll es sein.

Im Zeichen des großen Gemüsewettbewerbs steht das Dorf von Wallace & Gromit – und die haben aus dem allgemeinen Fieber ein Geschäft gemacht: Als Inhaber von «Anti-Pesto» patroullieren sie nachts durch den Ort und sorgen, ausgestattet mit allerlei High-Tech, dafür, dass den Beeten der Nachbarn kein Unheil geschieht.

Vor allem mit Kaninchen haben sie es dabei zu tun. Die Nager umzubringen kommt für Wallace & Gromit aber natürlich nicht in Frage. Also stapeln sich die Tiere schon fast in ihren Käfigen im Wallace'schen Anwesen. Als auch noch ein Großauftrag von Lady Tottington dazu kommt, der Initiatorin des großen Wettbewerbs, schreitet Wallace zur Tat: Mit seinem «Mind-O-Matic» will er den Kaninchen direkt ins Hirn schreiben, dass Gemüse böse ist und hofft, die so gewendeten Nagetiere wieder in die Freiheit entlassen zu können.

Doch der Versuch scheitert – und kurz darauf nimmt auch «Anti-Pestos» bisher unbefleckter Ruf schweren Schaden. Komplette Gartenkolonien werden von einem unbekannten Übeltäter verwüstet und die Erzeugnisse verputzt. Alles deutet darauf hin, dass ein gigantisches Kaninchen am Werk ist.
Süße Kaninchen und ein Nagetier-Sauger
Auch im neuesten Teil der Wallace & Gromit-Saga ist beeindruckend, mit welcher Detailverliebtheit die Figurenkneter vorgegangen sind: Es wimmelt wieder einmal von tollen Nebencharakteren und um die Ecke gedachten Erfindungen, etwa einem Nagetier-Staubsauger.

Allein die Kaninchen, die im Film naturgemäß viel Platz bekommen, sind beeindruckend süß geraten. Dazu kommen diverse Anspielungen auf Filme mit «echten» Leuten – unter anderem auf «King Kong», «Die Fliege» oder «Ghostbusters».

Auch Hund Gromit bekommt eine wirkliche Dreckstöle als vierbeinigen Gegenspieler. Der von Herrchen Wallace ist der verarmte Adlige Victor Quartermaine, ein ziemlicher Schmierlappen, der – genau wie Wallace – ein Auge auf Lady Tottington geworfen hat. Das Problem mit dem Werwolf-Kaninchen (der Originaltitel lautet «The Curse of the Were-Rabbit») möchte er mit der Jagdflinte lösen.
50 Käse im Monat
Als «vegetarischen Horrorfilm» bezeichnet Aardman-Chef und Knet-Designer Nick Park sein neuestes Werk. Fünf Jahre habe die Arbeit am neuen Wallace & Gromit-Abenteuer gedauert, teilweise wurde an bis zu 30 Sets gleichzeitig geknetet und gebastelt. Dazu kamen mehr Computer-Animationen als bei jedem Aardman-Film zuvor – manchmal ist das ein bisschen schade, den Gesamteindruck trübt es aber kein bisschen.

Als Anekdote am Rande muss noch erwähnt werden, dass der «Stinking Bishop»-Käse, der im Film zu Wallace Lieblingsspeise avanciert, wirklich hergestellt wird. Produzent ist allerdings eine kleine Manufaktur, die nur 50 Käse im Monat schafft und von der Publicity alles andere als erbaut war. Und: Nick Park hat in einem Interview zum Film gestanden, dass Wallace ursprünglich mal eine Katze werden sollte.