«Code 46»: Liebe in Zeiten der Gentechnik
Es sind nicht die auffälligen, sichtbaren Dinge, die das Leben der Zukunft von dem heutigen unterscheiden: Satt molochartiger Städte, Laserwaffen oder Replikanten gibt es hier unter anderem ein Empathie-Virus, das es William für kurze Zeit ermöglicht, die Gedanken der Verdächtigen zu lesen. Oder ein Gesetz namens Code 46, das es Paaren mit ähnlicher genetischer Veranlagung verbietet, miteinander zu schlafen. So kommt es, dass William mit seiner Beziehung zu Maria nicht nur seine Frau betrügt, sondern das Gesetz bricht. Denn Maria ist ein genetischer Zwilling seiner Mutter.
Fast bedrohlich wirkt diese Mischung aus Film Noir, Science Fiction und Romanze, wenn man begreift, dass die hier beschriebene Zukunft, in der vermeintlich objektive Kategorien wie der genetische Code über das Schicksal eines Menschen bestimmen sollen, gar nicht so weit weg ist. Gut, dass Maria ziemlich früh die entscheidende Frage stellt: «Wenn wir wüssten, wie die Geschichte enden würde, wären wir überhaupt fähig, den ersten Schritt zu tun?»
Für das Web ediert von Sophie Albers

