netzeitung.deAm Strick zurück ins Leben

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'Wilbur wants to kill himself' (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe 'Wilbur wants to kill himself'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein junger Mann will sich umbringen, doch währenddessen passiert einfach das Leben. «Wilbur wants to kill himself» ist ein leichter Film über den Tod.

Wäre Robbie Williams nicht zu Take That gegangen und lebte er im schottischen Glasgow, wäre er wohl ein bisschen wie Wilbur. Zumindest sieht der ein bisschen so aus und leidet auch unter Depressionen.

Wilbur ist Anfang dreißig, doch muss Harbour noch auf ihn aufpassen, denn sein kleiner Bruder versucht immer wieder, sich das Leben zu nehmen. Und er lässt dabei keine Möglichkeit aus: Tabletten, Gas, Strick, Pulsadern - nur schaffen tut er es nicht.

Stattdessen landet er jedesmal blass und bandagiert in der Suizid-Gruppe im Krankenhaus und findet sein Überleben von Mal zu Mal beschämender. «Das Leben ist zu kurz für einen Patienten wie Wilbur», sagt ein Psychologe in der trostlosen Klinik zu Harbour. Doch in Wirklichkeit hängen sie alle an dem Lebensmüden, vor allem die Frauen.

Alice im Wilbur-Land
Die Brüder haben von ihrem Vater ein Antiquariat geerbt und in dieser perfekten Welt aus Büchern, altem Holz und Sepia-Licht taucht eines Tages Alice auf, die - ein bisschen gealtert und Mutter einer Tochter - das Wunderland von Wilbur und Harbour erkundet.

Sie heiratet schließlich den ernsthaften, gutmütigen Harbour, der das Leben gefunden zu haben glaubt, das er seinem lustlosen Bruder nahebringen will. Doch findet Wilbur es ganz ohne seine Hilfe, als er mal wieder dem Tod hinterherrennt.

«Wilbur wants to kill himself» rührt an mit seinen zwischen märchenhaft und real oszillierenden Figuren und Momenten. Und die vergehen so schnell und nebenbei, dass sie keine Schwere entwickeln können. Der Tod wirkt leicht, manchmal spielerisch, denn es ist viel schwieriger zu leben.