netzeitung.de«Die Bourne Identität»: Potente und Damon rennen durch Europa

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Ideales Paar: Matt Damon und Franka Potente in 'Bourne Identity' (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ideales Paar: Matt Damon und Franka Potente in 'Bourne Identity'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach viel Dynamit-Action kommt mit «Die Bourne Identität» endlich ein Action-Film in die Kinos, in dem der Held vor allem mit Intelligenz überzeugt. Matt Damon und Franka Potente sind zudem eine gelungene Kombination.

Ziemlich zum Schluß gibt es in «Die Bourne Identität» eine Szene, die so gar nicht in den bis dahin realistischen Stil passt und daher fast den gesamten Film gefährdet: Matt Damon wird von einem seiner Verfolger angegriffen und im Laufe der Prügelei stürzen beide im Treppenhaus mehrere Stockwerke tief. Damon gelingt es, sich im Flug auf den Gegner zu stellen und dadurch den Aufprall für sich glimpflich enden zu lassen, während der Angreifer mit gebrochenem Genick endet.

Das ist aber auch die einzige Szene, die in «Die Bourne Identität» ein wenig übertrieben ist, mehr zum Lachen als zum Atem anhalten reizt. Ansonsten aber unterscheidet sich dieser Action-Film mit Matt Damon und Franka Potente wohltuend von den mit reichlich Dynamit ausgestatteten Produktionen wie «Der Anschlag». Statt auf viel Sprengstoff-Effekte setzt Regisseur Doug Liman eher auf Spannung durch Handlung.
Schnelle Action durch EuropaAbstieg vor den KillernFoto: UIP
Von Anfang ist das Tempo dieses Thrillers schnell. Es fängt dunkel an, als im Sturm ein junger Mann (Matt Damon) aus dem Mittelmeer gefischt wird. Er weiß nicht wer er ist, was er gemacht hat und warum er halbtot im Meer herum dümpelte. Fest steht nur: Er hat zwei Kugeln im Rücken und die Nummern eines Schweizer Bankkontos auf einem ihm in die Hüfte implantierten Chip.

Ein bisschen ErotikFoto: Universal
Also geht es auf nach Zürich. Der Inhalt des Schließfachs in der Bank wirft allerdings für den bis dahin namenlosen Mann nur weitere Fragen auf: Es enthält neben Banknoten in verschiedenen Währungen auch sechs unterschiedliche Pässe und eine Pistole. Auf einem Pass entdeckt der Mann den Namen Jason Bourne, dessen Identität er annimmt. Doch schon in der Schweiz wird plötzlich klar, dieser Bourne ist ein gesuchter Mann. Seine geheimnisvollen Gegner setzten alles daran, ihn zu töten.

Unter Beobachtung in ParisFoto: Universal
Bestseller-Autor Robert Ludlum war ein Meister des Spionage-Thriller-Romans und seine Vorlage von 1980 wird durch Regisseur Liman in keiner Weise seiner Spannung beraubt, allerdings wohltuend aktualisiert. So gibt es keinerlei Kalte-Krieg-Bezüge mehr. Bei Ludlum spielte zudem die Beziehung Bournes zur deutschen Studentin Marie Kreutz (Franka Potente) eine eher nachrangige Rolle. Bourne, bereits auf der Flucht vor mysteriösen Attentätern überredet sie, ihn für 20.000 Dollar nach Paris zu fahren. Dort verspricht er sich mehr Klarheit, wohnte schließlich dort der ominöse Jason Bourne, für den er sich ausgibt. Von Profikillern gejagt, beginnt eine Irrfahrt durch Europa.

Für Amerikaner bedeutet ein Film, der in Europa spielt, auch immer Exotik. Automatisch erhöht sich daher für den US-Zuschauer der Spannungsgrad, wenn er mit Damon nun an so viele verschiedene Orte auf dem alten Kontinent reist. Aber auch wenn dem deutschen Publikum diese Schauplätze bekannter sind, so

verfolgen auch wir mit Spannung die Reise des Zufalls-Paares. Potente ist genau der Frauentyp, den es in den USA kaum oder gar nicht gibt: Natürlich, unkompliziert, unabhängig. Sie ist ideal besetzt und nicht umsonst wird die Deutsche auch in der US-Kritik als «wohltuend anders» gelobt. Die kurze Liebesszene wirkt jedenfalls endlich einmal nicht klischeehaft. Auch Matt Damon hatte lobende Worte für die Deutsche an seiner Seite.
Hinter allem steckt die CIAAuto-Action im Austin MiniFoto: UIP
Action-Höhepunkte gibt es reichlich. So werden Bourne und seine deutsche Begleiterin in ihrem Austin Mini durch Paris verfolgt. Seit langem sehen wir eine Verfolgungsjagd, die uns völlig in den Bann schlägt. Zuletzt wurde in James Bonds «Octopussy» ein Kleinwagen so sehr beansprucht.

Am Ende steckt hinter den dunklen Mächten natürlich die CIA. Für ihn arbeitete Bourne, versagte jedoch bei einem geplanten Attentat auf einen afrikanischen Despoten, und soll nun ausgeschaltet werden, weil der Geheimdienst natürlich nicht weiß, dass Bourne ohnehin an Gedächtnisverlust leidet.

Am Ende siegt das Gute. Die Bösen beim CIA erledigen sich selbst. Jason Bourne erlangt am Ende seine Erinnerung wieder und kann sie dann um seine Liebe zu seiner deutschen Bekannten bereichern. «Die Bourne Identität» ist in diesem Kino-Jahr, das allerdings in wenigen Wochen mit James Bond aufwartet, einer der gelungenen Spionage-Action-Filme, was man von «Der Anschlag» oder «Bad Company - Die Welt ist in guten Händen» nicht behaupten kann.

Für das Web ediert von Jens Teschke