13.08.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Szene aus 'Zack and Miri make a porn'
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH
Plastikbusen und Sex im Coffeshop: Zack und Miri machen einen Porno - aber es bleibt doch recht harmlos, findet Bert Rebhandl : Von Darth Vader auf Darth Vibrator zu kommen, das ist hier so ungefähr das Niveau des Witzes.
Sex mit dem besten Freund? Das ist in der Regel keine gute Idee, denn ein Orgasmus ist kurz, das Leben aber ist lang. Bei Zack (Seth Rogen) und Miri (Elisabeth Banks) findet das erste gemeinsame Mal auch noch unter erschwerten Bedingungen statt: Auf dem Tisch der Kaffeebar, in der Zack tagsüber arbeitet, vor dem Objektiv einer billigen Videokamera, beobachtet von einer ganzen Reihe von Freunden und Kollegen.
Zack und Miri tun es beim ersten Mal nämlich nicht für sich, sondern fürs Publikum. Um das Ding beim Namen zu nennen: Sie drehen einen Porno. So heißt auch die Komödie von Kevin Smith, in der es um das geht, was draufsteht: «Zack and Miri Make a Porno».
Sie haben allen Grund dazu. Für die Wohnung, in der sie seit vielen Jahren gemeinsam leben, sind eine Menge Rechnungen unbezahlt. Und der Arbeitsmarkt in Pittsburgh bietet auch nicht so viele Möglichkeiten für einen Slacker wie Zack, der sich beim Sex längst mit Selbsthilfe abgefunden hat, während Miri sich mit immer neuen Versagern einlässt, dabei aber weder Glück noch Befriedigung findet.
Seiner Welt treu gebliebenKevin Smith bleibt mit «Zack and Miri Make a Porno» seiner Welt treu, der Welt der «Clerks», der Billigjobber in den Shopping-Arealen von Amerika. Seine Helden haben häufig wenig Sinn für die Anforderungen des Lebens, dafür kennen sie sich in der Welt der Superhelden aus und häufen Nerd-Wissen an. Ein richtiger Porno spielt nicht selten auf einen richtigen Kinofilm an, und so macht sich die verkrachte Truppe, die Zack einsammelt, hier gleich einmal an «Star Wars» zu schaffen. Von Darth Vader auf Darth Vibrator zu kommen, das ist hier so ungefähr das Niveau der Imagination und auch des Witzes.
Da «Zack and Miri Make a Porno» sich an ein ganz normales Kinopublikum richtet und einen weiblichen Star in Elisabeth Banks hat, die sich hier nicht ihre Karriere ruinieren will, muss bis auf ein paar Plastikbusen alles recht harmlos bleiben. Immerhin hat jetzt auch das Pornogeschäft seinen Ed Wood gefunden, den schlechtesten Adult-Regisseur der Welt. Er findet sogar auf Cappuccino einen zotigen Reim wer da mithalten kann, wird sich bei «Zack and Miri Make a Porno» gut unterhalten fühlen.
Zack and Miri Make a Porno
USA 2008; Regie: Kevin Smith;
Darsteller: Seth Rogen (Zack), Elizabeth Banks (Miri), Traci Lords (Bubbles); Farbe, 102 Minuten; Kinostart: 13. August
Diese Filmkritik hat die Netzeitung mit freundlicher Genehmigung von den Kollegen des Tip-Magazins übernommen.