08. Mai 2008 13:57, ergänzt 13:59
«Freischwimmer» ist ein surreales Anti-Märchen um einen hassenswerten Außenseiter. Leider kann Regisseur Andreas Kleinert sich nicht zwischen Kino-Thriller und Theaterinszenierung entscheiden, bemängelt
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Rico gilt erstmal als Hauptverdächtiger, stand er doch daneben, als das süße Gebäck Robert die Kehle zuschnürte. Einzig Öko-Sportlehrer Martin Wegner (August Diehl) nimmt sich seiner an. Doch der ist selbst nicht ganz sauber. Allein bewohnt er ein riesiges Haus im Wald, das von oben bis unten mit Puppen dekoriert ist. Auch die distanzierte Liaison mit Lehrerkollegin Michaela Rammelow (Fritzi Haberlandt) erscheint mehr als merkwürdig. Saftig-grüne Wiesen, das obligatorische Bambi und Volkslieder vom Schülerchor - «Freischwimmer» lebt von Kontrasten. Der Schein der heilen Dorfwelt trügt gewaltig. Unter der anheimelnden Oberfläche schlummert eine morbid makabere Parallelwelt, in der mehr als nur eine Person ordentlich Dreck am Stecken hat.
«Freischwimmer» ist ein Film mit einzigartiger Optik, die aufgrund der extremen Hell-Dunkel-Kontraste sowie der Leuchtkraft der Farben stark an «Die fabelhafte Welt der Amélie» erinnert. Doch leider kann Regisseur Andreas Kleinert sich nicht entscheiden. So wechselt die Darstellungsform zwischen Drama, Psycho-Thriller, Märchen und Theaterinszenierung, was den Zuschauer schlicht erschlägt. Mit dem vor Längen und Ungereimtheiten strotzenden Plot ist es ähnlich. Die Story wird zum Ende des Films immer surrealer und führt sich schließlich ad absurdum, um in unfreiwilliger Komik zu versinken. In positiver Erinnerung bleiben so lediglich Frederick Lau und seine hervorragend besetzten Kollegen.«Freischwimmer» - Der Trailer: