23. Okt 2007 07:44
In Berlin hat Vicco von Bülow seine neue DVD-Edition vorgestellt. Die bietet mehr als zwölf Stunden bislang unveröffentlichtes Sketch-Material. Mit dabei - Loriots unbekannte Seite und natürlich Evelyn Hamann.
Für den 83 Jahre alte Humoristen, bürgerlich Vicco von Bülow, war es einer seiner selten gewordenen öffentlichen Auftritte, den das Publikum umso gespannter verfolgte. Am Anfang legte er den Gehstock beiseite, dann foppte er die Reporter mit einer mit lateinischen Fachausdrücken gespickten Abhandlung über die Bandscheibe. Mit sichtlichem Vergnügen wandte sich Loriot der Rückschau auf sein Werk zu, schwärmte von Hamann («Sie war tatsächlich fabelhaft») und sinnierte über den Beginn seiner Fernsehkarriere: «Innerhalb des Ernstes komisch zu sein, ist nicht jedermanns Sache.» Das sei damals neu gewesen.Vom autofreien Sonntag bis zu Helmut Schmidt: Loriots Parodien sind auch ein Spiegel der deutschen Geschichte, wie die DVD-Edition zeigt. Zwei Mal gastierte der Humorist in der DDR. 1987 trat er dabei mit Hamann im Palast der Republik auf. «Die Tatsache, dass wir es konnten, war eine riesige Ausnahme», erzählte Loriot. Eine Rückkehr auf den Bildschirm schloss er aus. «Das hätte keinen Sinn.» Im heutigen Fernsehprogramm gefielen ihm besonders die Komiker Olli Dietrich und Piet Klocke, verriet er. Im kommenden Jahr, zu seinem 85. Geburtstag im November, bekommt Loriots Werk einen Platz im Berliner Filmmuseum, bei einer «ultimativen Ausstellung», wie das Haus verspricht. «Da können Sie ja gleich sitzen bleiben», meinte Loriot zum Publikum. (Caroline Bock/dpa)