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Großartiger Hasen-Horror: «Donnie Darko»

08. Dez 2003 07:42
'Donnie Darko'
Mit «Donnie Darko» ist dem deutschen Kinopublikum ein großartiger Film über das Erwachsenwerden in den 80ern, den Sinn des Lebens und das Ende der Welt entgangen. Mit der DVD bekommen Filmfreunde eine zweite Chance.

Der Film

Eigentlich alles an Richard Kellys «Donnie Darko» ist unglaublich: Zu allererst ist es kaum zu glauben, dass es sich hierbei um einen nur 4,5 Milllionen Dollar teuren Debütfilm handeln soll. Dann kann man auch noch das Comeback von «Dirty Dancing»-Patrick Swayze als Motivationslehrer mit abgründigem Geheinmis bewundern, sieht Drew Barrymore und Noah Wyle durchs Bild laufen und stellt fest, dass Jake Gyllenhaal sich endgültig als größter Tobey-Maguire-Konkurrent empfiehlt.

Und schließlich verzweifelt man fast darüber, dass diese Geschichte um den nicht ganz so normalen Teenager Donnie Darko, um dessen nächtliche Visionen vom Horrorhasen Frank, um Zeitreisen, Rätsel, Tod und eine zutiefst romantische Liebesgeschichte vom amerikanischen Publikum schlichtweg ignoriert wurde. Wohl deshalb hat der Film in Deutschland nicht einmal einen Verleih gefunden.

Jake Gyllenhaal ist Donnie Darko
Kann einem das Leben durch jemanden gerettet werden, den man nie gekannt hat oder kennen wird? Ist die Welt um einen herum komisch oder ist man es selbst? «Donnie Darko» beantwortet alle Fragen, nur nicht mit konkreten Antworten, sondern mit einem außergewöhnlichen, surrealistischen Gesamtkunstwerk. Der Film vereint Fantasy, Gruselthriller, witzige High-School-Sonderling-Geschichte und Coming-of-Age-Story, trotzdem ist er irgendwie ganz eigen und führt im David Lynch'schen Sinne dazu, dass man immer weniger weiss, je mehr man über die Personen und ihre Geschichte erfährt. Für «Donnie Darko» und aufregendes Kino hätte man sich etwas mehr Mut bei deutschen Filmverleihern gewünscht.

Die DVD

Donnie Darkos eigenwillige Welt kann man auf dieser DVD in ordentlicher Bildqualität ohne Verschmutzungen und Klötzchenbildungen bestaunen. Die Farben und der Kontrast sind gut, auch wenn das Bild, besonders was die Hintergründe betrifft, etwas schärfer und somit detailreicher sein könnte.

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Zwar geht es hier mehr um die Dialoge als die unaufdringlichen und gelungenen Effekte, dennoch gibt es einige Momente, in denen der Surround-Sound gut zur Geltung kommt. Zum einen hat die Musik, eine Mischung aus dem düsteren Score und melancholischen 80er-Jahre-Popsongs (Echo and the Bunnyman, Tears For Fears), einen voluminösen Raumklang. Zum anderen gibt es einige gut platzierte Surround-Effekte, wie die beängstigend durch die hinteren Lautsprecher kriechende Stimme des Hasen Frank.

Die deutsche (DD 5.1 und DTS 5.1) Synchronversion und die englische (DD 5.1) Originalfassung kann man über ein fast durchweg animiertes Menü mit gruselig dräuender Hintergrundmusik abrufen. Im Hauptmenü steht der dunkle, unheimliche Hasenkopf vor einem wolkenverhangenen Gewitterhimel, auf dem Szenen aus dem Film reflektiert werden. Zudem kann man deutsche, englische oder Untertitel für Hörgeschädigte dazu schalten.

Die Specials

Das Bonusmaterial des bislang nur als Leih-DVD erhältlichen Films ist etwas mager: Bis auf einen deutschen Trailer und Texttafeln mit Biografien von Cast und Crew beinhaltet die DVD lediglich einige Vorschauen auf kommende MC1-Neuerscheinungen (unter anderem «Grabgeflüster»). Bei der für den 20. Januar angekündigten Kaufversion soll das allerdings anders sein: Neben der einfachen Vanilla-Version, die den Leih-DVD-Specials noch diverse Audiokommentare hinzufügt, soll es eine mit Bonusmaterialien prall gefüllte Doppel-DVD-Collector's-Edition geben.


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