15.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Genervt und verprügelt: Kyoji (Asano Tadanobu) ist in Schwierigkeiten
Foto: Promo
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ein thailändischer Thriller im Wettbewerb der Berlinale: Ruhig, ästhetisch und durchkomponiert bietet «Invisible Waves» viel fürs Auge.
Nach Thailand soll der japanische Gangster Kyoji (Asano Tadanobu) gehen «in Urlaub», wie sein Chef Wiwat (Toon Hiranyasup) ihm sagt. Allerdings ist völlig klar, dass Kyoji dort etwas erledigen soll. Nur was, das weiß er noch nicht. Daheim hat er gerade Wiwats untreue Frau Seiko umgebracht, deren Liebhaber er war und nun soll er weg.
Doch schon auf der Hinreise scheint es, als spiele irgendeine höhere Macht ihre Späße mit dem Killer: Die Kabine ist ein lautes, abgasverseuchtes Loch, die Nasszelle hat Tücken, ein seltsamer angeblicher Schulfreund taucht auf, Sicherungen fliegen heraus und irgendwann ist Kyoji eingesperrt. Ein altes Schloss, wie es der Schiffshandwerker ihm lakonisch erklärt, den er nach endlosen Diskussionen endlich dazu bekommen kann, ihn zu befreien.
Doch Kyojis Stimmung bessert sich, als er an Bord ein Baby findet und so die schöne Noi (Gang Hye Jung) kennen lernt. Nach einer netten Zeit trennen sich die beiden im Hafen allerdings nicht ohne dass ihm die geheimnisvolle Frau ihre Telefonnummer auf einen Geldschein schreibt. Der wird ihm allerdings direkt danach bei einem Überfall gestohlen - merkwürdigerweise hat der Helfer, den ihm der Boss daraufhin schickt, genau diesen Schein in der Tasche...
Kühle Farben und Typen mit Stil«Invisible Waves» lief am Mittwoch als thailändischer Beitrag auf der Berlinale und Regisseur Pen-ek Ratanaruang ist ein ruhig fotografierter, melancholischer und mit skurrilem Humor ausgestatteter Thriller gelungen.
Das liegt zum einen daran, dass sich die Puzzleteile erst ganz allmählich zusammenfügen. Gleichzeitig liefert der Film ausgesprochen ästhetische Bilder die Farben mit leichtem Grünstich zu einem kühlen Gesamtkonzept zusammenkomponiert, viel Natur, viele ausgesprochen geschmackvolle Szenerien. Auch für die Figuren gilt das: Der introvertierte Kyoji mit Jackett und Pferdeschwanz, dem man die Müdigkeit und den Stress von Einstellung zu Einstellung mehr ansehen kann, die lebhafte Noi, der distinguierte, durchgestylte meist weiß gekleidete Boss selbst ohne Ton hätte «Invisible Waves» noch einiges für sich.
So ist «Invisible Waves» ein Film mit Stil was auch für das Ende gilt: Auch wenn nicht jede der Figuren den Showdown überleben kann man geht anständig miteinander um und verabschiedet sich mit Größe.