Familie im Chaos: «Provincia meccanica»
12.02.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die Tochter Sonia wird nicht in die Schule geschickt, weil Silvia die Lehrer nicht passen. Und der dreijährige Sohn Davis hantiert den ganzen Tag mit Videospielen herum, ohne recht zu begreifen, was er da tut. Die Eltern meinen ihre Kinder zu lieben - und verhalten sich dennoch hochgradig verantwortungslos.
Die vermeintliche Idylle der Familie Battaglia hat jäh ein Ende, als Silvias Mutter eingreift und ihrer Tochter das Sorgerecht für Sonia entzieht. Silvia stürzt der Verlust ihres Kindes in tiefe Verzweiflung, sie schließt sich tagelang in ihrem Zimmer ein und spricht nicht mehr mit ihrem Mann.
Marco, der als Hafenarbeiter die Familie mit Nachtschichten durchzubringen versucht, ist auf einmal sich selbst überlassen. Er kommt nicht darüber hinweg, dass seine Frau sich vor ihm verschließt. Ohne Silvia findet Marco nicht die Kraft, Pläne für eine gemeinsame, bessere Zukunft zu schmieden. Allmählich droht die Beziehung des Paares zu zerbrechen.
Er habe eine bestimmte Form von Familienleben beschreiben wollen - und sich dabei auf eine Paarbeziehung konzentriert, sagt Mordini. Er versucht, Sympathien für Marco und Silvia zu wecken, für die der Leidensdruck schließlich so groß wird, dass sie es schließlich doch schaffen, Veränderungen in ihrem Leben in Angriff zu nehmen. Wieviel Schaden die beiden an ihren Kindern angerichtet haben werden, bis sie selbst erwachsen geworden sind, wird allerdings nicht bedacht.
Beide Hauptdarsteller waren bereits in früheren Jahren auf der Berlinale präsent. Accorsi hatte eine Rolle in dem Film «Le fate ignoranti» (Die Ahnungslosen), mit dem Italien 2001 im Wettbewerb vertreten war. Cervi spielte in dem französischen Panorama-Beitrag 1999, «Rien sur Robert», mit.

