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«Leading to War»: 

Dokumentarfilm entlarvt Bushs Irak-Lügen

15. Apr 2008 11:33
US-Präsident Bush über eine Bedrohung, die es nicht gab
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Die US-Regierung wollte ihr Volk mit allen Mitteln vom Krieg gegen den Irak überzeugen, das zeigt ein Dokumentarfilm im Internet. Anne Grüneberg hat sich den Streifen angesehen und berichtet über geschickte Rhetorik, Wut und ein falsches Alibi.

Ein Klick und der Zuschauer ist mitten im Netz der Lügen. Präsident Georg W. Bush lächelt in die Kamera und sagt «Niemand will Krieg.» Und doch hat er ihn geführt. In dem Dokumentarfilm «Leading to War» zeigt Regisseur Barry Hershey, wie geschickt Bush und seine Vertrauten versuchten, ihr Volk vom Krieg gegen den Irak zu überzeugen.

In einer 14-monatigen Medien-Kampagne von Bushs Rede über «die Achse des Bösen» Anfang 2002 bis zur Kriegserklärung an den Irak im März 2003 haben die höchsten Regierungsvertreter der Vereinigten Staaten ein Argumentationskonzept für den Krieg gestrickt. Sie haben eine Bedrohung für Amerika erfunden, die es so nie gegeben hat.

Der 72-minütige Dokumentarfilm zeigt diese Kampagne völlig schnörkellos. Der Film kommt ohne Kommentar aus, Regisseur Hershey reiht lediglich Nachrichtenausschnitte aneinander. Schnitt um Schnitt zeigt er Bush bei CNN, Rice im Interview mit der ABC genauso wie Blair und andere hochrangige Regierungsvertreter, die beteuern, der Irak hätte Massenvernichtungswaffen. Die beschwören, es gäbe einen Zusammenhang zwischen dem 11. September und Saddam Hussein. Beweise bleiben sie dem amerikanischen Volk schuldig.

Sie sprechen von «Freiheit und Frieden»

Condoleezza Rice wiederholte Bushs Aussagen
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Und so macht der Dokumentationsfilm den Zuschauer auch fünf Jahre nach Kriegsausbruch wütend. Wütend über das selbstgefällige Grinsen Bushs, wenn er sagt: «Der Kongress hat militärische Gewalt genehmigt. Das hatte ich nicht verlangt. Ich hoffe, dass militärische Gewalt nicht erforderlich sein wird.» Wütend über die Wörter Frieden und Freiheit obwohl es doch um Krieg geht. Diese Schlagwörter, die sich dem amerikanischen Volk einbrennen sollten.

Bush, Rice, Rumsfeld und ihre Vertrauten erscheinen dem Zuschauer wie eine kriminelle Bande, die ihr falsches Alibi vorher akribisch besprochen hat, um dann im getrennten Verhör exakt dasselbe zu Protokoll zu geben.

Im Irak wurden nie Massenvernichtungswaffen gefunden

Die Regierungsvertreter sprechen immer wieder von Terroristen, von einer Bedrohung für Amerika und von Massenvernichtungswaffen. Sie gehen Hand in Hand, machen dieselben Aussagen und stricken so einen Mythos, der heute längst widerlegt ist. Genau das erscheint am Ende des Films in weißer Schrift auf schwarzem Grund. «Im Irak wurden nie Massenvernichtungswaffen gefunden. Der Irak versuchte auch nicht Uran aus Afrika zu bekommen. Zwischen dem Irak und Al Qaeda gab es keine Beziehung.»

Der Film besticht durch sein simples Konzept. Regisseur Hershey braucht keine Spezialeffekte, keine Filmmusik und noch nicht mal eine kommentierende Stimme. Sein Film «Leading to War» (Auf in den Krieg) ist in 19 Sprachen untertitelt und für jeden kostenlos im Internet zu sehen. Er ist keine leichte Kost für die Mittagspause aber ein eindrucksvoller Film über Rhetorik und Propaganda im 21. Jahrhundert.


 
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