«Abbitte» räumt bei Golden Globes ab
14.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Keira Knightley in 'Abbitte'
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Bestsellerverfilmung «Abbitte» und der Musicalfilm «Sweeney Todd» waren die großen Gewinner bei den Golden Globes. Die Stars selbst blieben allerdings fern.
Der britische Liebesfilm «Abbitte» und das blutige Musical «Sweeney Todd» sind die großen Gewinner der 65. Golden Globes. Bei einer nur halbstündigen, nüchternen Pressekonferenz wurde die Bestsellerverfilmung «Abbitte» von Regisseur Joe Wright am Sonntagabend in Beverly Hills zum besten Kinodrama gekürt. Tim Burtons «Sweeney Todd» erhielt die goldene Weltkugel als bestes Musical. Hauptdarsteller Johnny Depp, der für seine Rolle als dämonischer, serienmordender Barbier erstmals sang, bekam einen Schauspielerpreis. Die Golden Globes gelten als zweitwichtigster US-Filmpreis und als Gradmesser für die Oscar-Verleihung am 24. Februar.
Es war eine Preisverleihung ohne Preisträger: Die ausgezeichneten Hollywoodstars nahmen an der Veranstaltung nicht teil. Der Verband der Hollywood-Auslandspresse, der die Ehrungen vergibt, ließ die Gewinner durch mehrere Moderatoren verlesen. Die sonst übliche Gala mit rotem Teppich, Abendgarderobe und viel Champagner war wegen des Streiks der Drehbuchschreiber abgesagt. Mehrere Moderatoren äußerten Verständnis für die Autoren, bedauerten aber die Absage der Show. «Wir wollen unsere Stars sehen», sagte eine CNN-Journalistin.
Einige der ganz großen Stars gingen leer ausEinige der ganz großen Stars wie Angelina Jolie, George Clooney, Tom Hanks und Julia Roberts gingen denn auch bei der Preisvergabe leer aus. Als beste Schauspieler in einem Drama wurden Julie Christie und Daniel Day-Lewis geehrt. 40 Jahre nach ihrem Oscar für «Darling» bekam Christie die Auszeichnung für ihre Rolle als Alzheimer- Patientin in dem einfühlsamen Ehedrama «An ihrer Seite». Day-Lewis konnte als rücksichtloser Ölbaron in Paul Thomas Andersons historischem Drama «There Will Be Blood» punkten.
Die französische Schauspielerin Marion Cotillard überzeugte die Jury mit ihrer Darstellung von Edith Piaf in dem Musikfilm «La Vie En Rose». In Nebenrollen wurde Cate Blanchett für ihre Verkörperung von Bob Dylon in dem Kultfilm «I'm Not There» geehrt, der spanische Schauspieler Javier Bardem als gnadenloser Menschenjäger in dem Neo- Western «No Country for Old Men». Die von der Kritik hochgelobte neue Arbeit der Coen-Brüder («Fargo») war zusammen mit «Abbitte» als Favorit für die Kategorie Bester Film gehandelt worden, erhielt aber neben dem Globe für Bardem nur eine Auszeichnung fürs Drehbuch.
Ein deutscher Film war nicht nominiertDer ebenfalls begehrte Regiepreis ging an den New Yorker Maler und Filmemacher Julian Schnabel für «Schmetterling und Taucherglocke» - die wahre Geschichte eines Mannes, der sich nach einem Schlaganfall nur noch mit Augenblinzeln verständlich machen kann. Der in Frankreich und den USA produzierte Film wurde auch zum besten ausländischen Film gekürt und schlug damit den schon mehrfach ausgezeichneten Abtreibungsfilm des rumänischen Regisseurs Cristian Mungius «Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage» aus dem Rennen. Ein deutscher Film war nicht nominiert.
Als bester Animationsfilm setzte sich «Ratatouille» aus der Disney-Schmiede durch, eine witzige Geschichte über eine Ratte in Paris mit einem Hang zur Gourmetküche. Dagegen hatten das von Jerry Seinfeld miterfundene «Bee-Movie - Das Honigkomplott» sowie «Die Simspons - Der Film» das Nachsehen. Die beste Filmmusik wurde «Abbitte» zugesprochen, als bester Song schnitt Eddie Vedders «Guaranteed» in der Romanadaption «Into the Wild» ab. Die Golden Globes werden in insgesamt 25 Kategorien für Kino und Fernsehen vergeben.