netzeitung.deStreik auf dem «Walk of Fame»

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Streikende Drehbuchautoren in Hollywood (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Streikende Drehbuchautoren in Hollywood
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Tausende Angestellte der Traumfabrik haben mitten in Hollywood protestiert. Es war die bisher größte Arbeitskampfaktion im andauerenden Autorenstreik. Bilderschau: Protest in Hollywood

Mehrere Tausend Drehbuchautoren sind am Dienstag mitten durch Hollywood über den «Hollywood Walk of Fame» gezogen, um ihren Forderungen Ausdruck zu verleihen. Es war die bisher größte Protestaktion in dem vor gut zwei Wochen begonnenen Streik, der bereits viele Produktionen in Los Angeles und New York lahm gelegt hat. Sängerin Alicia Keys war mit Songs und Parolen dabei. «Ich unterstütze euch, ich bin ebenfalls eine Schreiberin», verkündete der Popstar. Der Filmverband Film L.A. Inc. schätzt die Kosten des Streiks auf täglich mehr als 20 Millionen Dollar, berichtet die «Los Angeles Times».

«Wenn der Streik weiter geht, wird das einen enormen Einfluss auf die Wirtschaft in dieser Region und auf mittelständische Jobs haben», warnte Verbandschef Steve MacDonald. Nach seiner Prognose könnten ab Dezember mehr als 60 TV-Produktionen brachliegen und damit die sonst üblichen Millionen-Investitionen der Unterhaltungsbranche ausfallen.

Die Dreharbeiten für erfolgreiche Serien wie «24», «Desperate Housewives» und «The Office» sind bereits eingestellt worden. Der Streik hat auch schon Kinoproduktionen das vorläufige Aus beschert: So mussten unter anderem die Drehtermine für «Shantaram» mit Johnny Depp in der Hauptrolle, die Musicalverfilmung «Nine» und Oliver Stones Drama «Pinkville» verschoben werden. Die Late-Night-Shows von Jay Leno und David Letterman senden nur noch Wiederholungen.

Die Drehbuchautoren wollen mit dem Arbeitskampf bessere Bezahlung für die Weiterverwertung ihrer Arbeiten im Internet und auf DVDs erreichen. Eine neue Verhandlungsrunde ist für den kommenden Montag angesetzt. Der letzte Autorenstreik in Hollywood hatte 1988 mehr als fünf Monate gedauert und kostete schätzungsweise 500 Millionen Dollar. (dpa)