netzeitung.de«Die Mode geht, die Ratte bleibt»

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Endstation Kanalisation? Nicht für Remy (Foto: PR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Endstation Kanalisation? Nicht für Remy
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Erst waren es Dalmatiner, dann Clownfische. Nun fürchten Tierschützer, dass bald tausende von Ratten die Kinderzimmer bevölkern. Schuld an der Nager-Hysterie ist der Filmstart von «Ratatouille».

Der Bund Deutscher Tierfreunde glaubt an einen Ratten-Boom in Deutschland. Als Grund nennen die Tierfreunde den Animationsfilm «Ratatouille», in dem eine Ratte zum Chefkoch eines Pariser Restaurants avanciert. In Frankreich habe der Kinofilm bereits für einen Ansturm auf Zoo-Geschäfte gesorgt, sagte Manfred Hees, Sprecher der Organisation. «Es ist ja sehr schön, dass der Film das Image der Ratte aufpoliert». Fans des Kino-Nagers sollten aber besser zum Plüschtier greifen, «um das Kuschelbedürfnis zu bedienen.»

Ratten seien gesellige und verschmuste Haustiere, sagte Hees. «Allerdings vergessen viele Menschen beim Kauf, dass zwar die Mode wieder geht, die Ratte aber bleibt.» Verlieren die neuen Ratten-Liebhaber das Interesse, würden die Tiere einfach ausgesetzt. «In der Kanalisation können sie sich mit Krankheiten anstecken», warnte Hees. Da die Nager so anhänglich seien, würden sie dann zu «zutraulichen Krankheitsüberträger.»

Nach Angaben der Tierfreunde ist die Nachfrage nach Ratten seit dem Start des Films bereits gestiegen. Besonders gefragt sei die blaue Rattenrasse «Dumbo», die mit ihren kleinen Schlappohren dem animierten Film-Tier «Remy» sehr ähnlich sehe. Verschiedene Zoo-Geschäfte bestätigten diesen Trend allerdings nicht. «Bei uns werden im Monat etwa 40 Ratten verkauft», sagte eine Angestellte eines Duisburger Zoo-Fachgeschäfts. Eine gesteigerte Nachfrage sei bisher ausgeblieben. Auch in anderen Tier-Läden in Duisburg und Düsseldorf ergibt sich ein ähnliches Bild.

Bereits in den Vorjahren hatten Disney-Filme für einen Haustier-Boom gesorgt. So war es beispielsweise schon bei «101 Dalmatiner». Ihren Höhepunkt erreichte die Filmtier-Hysterie aber nachdem der Animationsfilm «Findet Nemo» in die Kinos kam. Plötzlich wollte jedes Kind einen Clownfisch haben. Viele dieser Fische ereilte jedoch ein tragisches Schicksal: Um die kleinen Nemos wie im Film in die Freiheit zu entlassen, spülten zahllose Kinder ihren schuppigen Freunde in der Toilette herunter. Übrigens: Nicht erst seit dem Kinoerfolg ist Nemo in Deutschland ein anerkannter Vorname. (nz/dpa)