Empörung über bizarren Bin-Laden-Werbespot
Unter anderem hatte der Privatsender Radio Hamburg die Ausstrahlung der Werbung abgelehnt. Eine Sprecherin sagte auf ddp-Anfrage, die Spots seien «einfach geschmacklos». Radio Hamburg sei ein «sauberer Privatsender», der mit «solchen Terrorgeschichten» nicht in Verbindung gebracht werden wolle. Von Satire könne hier nicht die Rede sein. Zudem kann es der Sprecherin zufolge nicht ausgeschlossen werden, dass Hörer tatsächlich glauben, bin Laden habe sich mit einer geheimen Botschaft in das Radioprogramm eingeschaltet.
Die blut- und fäkalaffine Satire war bereits in den USA auf Ablehnung in den Medien gestoßen. So hatte die Boulevarzeitung «New York Post» mit einer Klage gegen die Internetseite des Films gedroht. Daraufhin hatte der Provider die Seite gesperrt, wie Bolls Sprecher sagte.
«Postal» läuft am 18. Oktober in Deutschland an. UCI zeigt den Film laut Boll deutschlandweit als einzige Kinokette. In der Anfangssequenz ist der Angriff auf das World Trade Center zu sehen - allerdings verursachen ins Cockpit eindringende Passagiere versehentlich den Absturz des Flugzeugs. Boll gilt dank Videoverfilmungen wie «House of the Dead» bei einigen Kritikern als schlechtester Regisseur der Welt. (ddp)
