25.05.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Juliane Lorenz sieht sich zu Unrecht beschuldigt
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Rainer Werner Fassbinders Ex-Frau Ingrid Caven wirft seiner Witwe vor, «Halbwahrheiten» über den Regisseur zu verbreiten. Juliane Lorenz verteidigt sich.
Die Präsidentin der Rainer-Werner- Fassbinder-Foundation, Juliane Lorenz, hat Kritik zum Umgang mit dem Nachlass des Filmregisseurs zurückgewiesen. Dank ihrer Arbeit in den vergangenen 16 Jahren sei das Werk Fassbinders heute weltweit präsent, sagte Lorenz am Donnerstagabend dem 3sat-Magazin «Kulturzeit».
Die Schauspielerin Ingrid Caven, die mit Fassbinder verheiratet war und in seinen Filmen spielte, sowie sein langjähriger Kameramann Michael Ballhaus hatten Lorenz unter anderem «Geschichtsklitterung» bei der Nachlasspflege Fassbinders vorgeworfen.
Lorenz hob jedoch hervor, sie habe Caven immer in ihre Arbeit miteinbezogen, weil sie eine der wichtigsten frühen Begleiterinnen von Fassbinder sei. «Nie und nimmer habe ich bei meiner Arbeit jemanden ausgeschlossen», sagte sie.
«Um das Werk geht es. Und jeder, der in diesem Werk vorkommt, hat das Recht sich zu äußern, jederzeit», so Lorenz. «Meine Aufgabe ist es jedoch, und das hat Rainers Mutter nach seinem Tod angeschoben, das Werk so öffentlich zu machen, dass es formal im besten Zustand ist.» Seine Filme seien technisch immer auf dem neuesten Stand.
Die Deutsche Kinemathek - ein umfassendes Filmarchiv und Filmmuseum - hatte Lorenz aufgefordert, sich offener gegenüber Anregungen von außerhalb bei der Pflege des Fassbinder-Erbes zu sehen. Dazu gehöre auch die Würdigung «der gesamten Gruppe» um den vor 25 Jahren (10. Juni) gestorbenen Filmregisseur, die zu seinen Filmen beigetragen habe. (dpa)