Ohne Palme, aber mit vielen Lorbeeren bedacht, kehren der Chinese Wong Kar-Wai und der Russe Alexander Sokurow an die Cote d'Azur zurück. Wong eröffnet den Reigen am Mittwochabend mit seinem ersten in den USA gedrehten Film «My Blueberry Nights» und bringt sofort Starpower vor die Kameras der Fotografen. Die Musikerin Norah Jones feiert in dem romantischen Drama ihr Kinodebüt, flankiert von den Publikumslieblingen Jude Law und Natalie Portman.Mit sechs Filmen in der Konkurrenz sind US-Regisseure überraschend stark und kommerziell vertreten. Nach Kinohits wie «Fight Club» und «Seven» hat David Fincher mit dem Hollywood-Thriller «Zodiac» mit Jake Gyllenhall seine erste Einladung nach Cannes bekommen. Für Jubel der Fans beim abendlichen Defilée werden auch Joaquin Phoenix und Mark Wahlberg in James Grays Mafia-Krimi «We Own The Night» sorgen.
Sperriger dürfte «Le scaphandre et le papillon» (Der Taucheranzug und der Schmetterling) des New Yorker Künstlers Julian Schnabel ausfallen. Er hat die Aufzeichnungen eines Franzosen verfilmt, dessen Körper nach einem Schlaganfall im «Locked-in-Syndrom» gefangen war.
Der Hamburger Filmemacher Fatih Akin ist zwar erst 33 Jahre alt, dennoch tritt der Europäischer Filmpreisträger («Gegen die Wand») in Cannes fast zu einem «Heimspiel» an, nachdem er 2005 schon in der Wettbewerbsjury gesessen hat. Der deutsch-türkische Regisseur bleibt in «Auf der anderen Seite» bei seinem Thema, dem Leben mit und zwischen zwei Kulturen. Über die Suche nach Sinn und Arbeit im erweiterten Europa geht es in «Import Export», dem österreichischen Beitrag von Ulrich Seidl.