Cannes setzt auf Kontraste und Verjüngung
10.05.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Zu den «ganz Großen» gehören vier bisherige Gewinner der Goldenen Palme: Emir Kusturica aus Bosnien-Herzegowina ist mit dem Belgrader Drama «Promise Me This» dabei. Die US-amerikanischen Brüder Joel und Ethan Coen wurden mit dem Thiller «No Country For Old Men» eingeladen. Quentin Tarantino zeigt seinen Horror-Action-Sex-Spaß «Death Proof» und Gus Van Sant präsentiert «Paranoid Park» über einen Skateboarder, der versehentlich einen Wachmann tötet.
Mit sechs Filmen in der Konkurrenz sind US-Regisseure überraschend stark und kommerziell vertreten. Nach Kinohits wie «Fight Club» und «Seven» hat David Fincher mit dem Hollywood-Thriller «Zodiac» mit Jake Gyllenhall seine erste Einladung nach Cannes bekommen. Für Jubel der Fans beim abendlichen Defilée werden auch Joaquin Phoenix und Mark Wahlberg in James Grays Mafia-Krimi «We Own The Night» sorgen.
Sperriger dürfte «Le scaphandre et le papillon» (Der Taucheranzug und der Schmetterling) des New Yorker Künstlers Julian Schnabel ausfallen. Er hat die Aufzeichnungen eines Franzosen verfilmt, dessen Körper nach einem Schlaganfall im «Locked-in-Syndrom» gefangen war.
Der Hamburger Filmemacher Fatih Akin ist zwar erst 33 Jahre alt, dennoch tritt der Europäischer Filmpreisträger («Gegen die Wand») in Cannes fast zu einem «Heimspiel» an, nachdem er 2005 schon in der Wettbewerbsjury gesessen hat. Der deutsch-türkische Regisseur bleibt in «Auf der anderen Seite» bei seinem Thema, dem Leben mit und zwischen zwei Kulturen. Über die Suche nach Sinn und Arbeit im erweiterten Europa geht es in «Import Export», dem österreichischen Beitrag von Ulrich Seidl.
Seinen 60. Geburtstag feiert das Festival - wie soll es auch anders sein - mit einem Film. 35 in Cannes wohl bekannte Regisseure haben sich dafür in kurzen Beiträgen mit der Magie des Kinos beschäftigt. Es gibt Geburtstagskonzerte und Sondervorführungen. In der Wettbewerbsjury unter der Leitung von Stephen Frears sitzt unter anderem der Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk an der Seite der Schauspielerinnen Toni Colette und Maggie Cheung. Und wie immer in Cannes liest sich die Gästeliste besonders imposant: In diesem Jahr stehen Oscar-Gewinner Martin Scorsese, Angelina Jolie und Brad Pitt an der prominenten Spitze. (Karin Zintz, dpa)

