20.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Seine Arbeit beim Verlag der Autoren gehört mit in die Aufbruchszeit des deutschen Kinos mit Wenders und Fassbinder. Der Regisseur Laurens Straub ist tot.
Der niederländische Filmemacher Laurens Straub ist in der Nacht zum Donnerstag in einem Berliner Krankenhaus gestorben. Das teilte der eng mit ihm befreundete Musiker Loek Dikker der dpa mit. Straub, Gründungsmitglied des Filmverlags der Autoren aus der gemeinsamen Aufbruchzeit des jungen deutschen Films mit Wim Wenders und Rainer Werner Fassbinder vor 40 Jahren, habe seit langem an Lungenkrebs gelitten. Der «Autorenfilmer», wie man eine ganze Generation von Filmemachern der Nachkriegszeit nannte, wurde 62 Jahre alt.
Der Niederländer, der auch Produzent, Regisseur, Schauspieler («Wilder Reiter Gmbh» 1966/67) und Dramaturg war, ging schon zu Beginn der sechziger Jahre nach Deutschland. Er kam mit Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders und Werner Herzog zusammen.
Kurz nach der Gründung des Filmverlags der Autoren 1971 wurde er dessen Geschäftsführer. Später produzierte Straub unter anderem mit Regisseur Frank Ripploh den Kultfilm «Taxi zum Klo» (1981) mit freizügiger Darstellung von Homosexualität und 1984 mit Herbert Achternbusch den Film «Rita Ritter». 1979 war Straub Mitbegründer des Verleihs Filmwelt, der auch die Monty-Python-Filme von George Harrisons Firma «Hand Made» oder Stephen Frears «Mein wunderbarer Waschsalon» (1985) in die deutschen Kinos brachte.
«Opas Kino ist tot!»Der Filmverlag der Autoren war als Produktions- und Verleihgenossenschaft, die im April 1971 von 13 Filmemachern in München gegründet wurde, maßgeblich an der neuen Blütezeit des deutschen Nachkriegskinos mit damaligen Jungfilmern («Opas Kino ist tot!») beteiligt. Ihre Filme erzielten Erfolge unter anderem in Cannes und verschafften dem deutschen Film wieder ein internationales Renommee.
Neben Streifen von Fassbinder, Wenders und Herzog waren es auch die Arbeiten von Regisseuren wie Alexander Kluge, Werner Schroeter, Hark Bohm, Helma Sanders-Brahms, Hans Noever und Peter Lilienthal, die Aufsehen erregten und auch ein neues Publikum in die Kinos lockten. Allein in Straubs Mitarbeiterzeit - 1972 hatte er für fünf Jahre die Geschäftsführung übernommen - wurden vom Filmverlag der Autoren mehr als 100 Filme herausgebracht. Zuletzt lehrte Straub an der Filmakademie Baden-Württemberg und der Kunsthochschule in Wien. (dpa)