netzeitung.deIran empört über US-Sandalenfilm «300»

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Szene aus Zack Snyders '300' (Foto: PR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Szene aus Zack Snyders '300'
Foto: PR
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Iran kursieren Raubkopien einer Comic-Verfilmung über eine antike Schlacht zwischen Persern und Spartanern. Für die Regierung ist «300» billige Propaganda des Westens.

Mit scharfer Kritik hat die iranische Regierung auf den Hollywood-Film «300» reagiert. Mit dem Sandalenfilm über die Schlacht zwischen Persern und Spartanern am Thermoppylen-Pass hätten die USA «eine neue Front im Krieg gegen den Iran» eröffnet, ereiferte sich das iranische Fernsehen.

Gegen die Darstellung der antiken Perser als korrupt, verweichlicht und skrupellos hat der Iran bereits bei den Vereinten Nationen Protest eingelegt. Der kulturpolitische Berater von Präsident Mahmud Ahmadinedschad, Javad Schamgari, warf den USA vor, sein Land erniedrigen zu wollen.

Die größte iranische Tageszeitung «Hamschan» berichtete, die Comicverfilmung des Regisseurs Zack Snyder «dient den Interessen der amerikanischen Führung». In aller Welt sei nun mit Proteste zu rechnen: Iraner in Amerikaner und in Europa würden eine solche Beleidigung nicht hinnehmen.

Raubkopien des Films über den Feldzug 480 vor Christus sollen inzwischen in Teheran im Umlauf sein. In den USA, wo der Streifen ein Kassenschlager ist, sind iranischstämmige Amerikaner erbost darüber, dass sich Perserkönig Xerxes als rachsüchtiger und launischer Tyrann gebärdet. Davon ist in der Geschichtsschreibung allerdings nichts überliefert. Die Spartaner, so die Kritiker, würden andererseits viel fortschrittlicher dargestellt als sie in Wirklichkeit gewesen seien.

Auch einige westliche Filmkritiker halten den Film für völlig misslungen. In «Filmstarts» war sogar von «faschistischer Propaganda» die Rede. Der Kritiker des «New Yorker» zeigte Verständnis für die empörten Iraner: Man könne ihnen nicht vorwerfen, dass sie kein Verständnis für amerikanische Popkultur hätten. (nz)