Iran empört über US-Sandalenfilm «300»
02.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die größte iranische Tageszeitung «Hamschan» berichtete, die Comicverfilmung des Regisseurs Zack Snyder «dient den Interessen der amerikanischen Führung». In aller Welt sei nun mit Proteste zu rechnen: Iraner in Amerikaner und in Europa würden eine solche Beleidigung nicht hinnehmen.
Raubkopien des Films über den Feldzug 480 vor Christus sollen inzwischen in Teheran im Umlauf sein. In den USA, wo der Streifen ein Kassenschlager ist, sind iranischstämmige Amerikaner erbost darüber, dass sich Perserkönig Xerxes als rachsüchtiger und launischer Tyrann gebärdet. Davon ist in der Geschichtsschreibung allerdings nichts überliefert. Die Spartaner, so die Kritiker, würden andererseits viel fortschrittlicher dargestellt als sie in Wirklichkeit gewesen seien.
Auch einige westliche Filmkritiker halten den Film für völlig misslungen. In «Filmstarts» war sogar von «faschistischer Propaganda» die Rede. Der Kritiker des «New Yorker» zeigte Verständnis für die empörten Iraner: Man könne ihnen nicht vorwerfen, dass sie kein Verständnis für amerikanische Popkultur hätten. (nz)

