netzeitung.de«Davon werden Sie sich nie erholen!»

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Florian Henckel von Donnersmarck (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Florian Henckel von Donnersmarck
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit dem Oscar in der Hand darf «Das Leben der Anderen»-Regisseur Donnersmarck Glückwünsche entgegennehmen. Viel spannender sind allerdings die Zukunftsvisionen berühmter Kollegen.

Seit gerade mal ein paar Stunden darf sich der deutsche Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck Oscar-Gewinner nennen. Es hagelt Glückwünsche, und wirklich jeder - von Edmund Stoiber bis zum Filmfernsehfonds - hat dem jungen Filmemacher etwas zu sagen. Der macht sich derzeit allerdings lieber Gedanken über seine Zukunft - und das wird von höchster Stelle befeuert.

Nach dem Rummel um «Das Leben der Andren» sehne er sich nach leichteren Themen, scherzte der 33-Jährige im Gespräch mit dem Radiosender Bayern 3. «Ab dem 2. Mai, meinem 34. Geburtstag, werde ich das Wort 'Stasi' nie mehr in den Mund nehmen und nur noch Erotikthriller und romantische Komödien drehen!»

Noch ganz aufgedreht von der Oscar-Gala schwärmte er mit Blick auf die Oscar-Statue von dem «herrlich goldenen Phallus», den er erhalten habe. Und dann berichtet er von einem Zusammentreffen der besonderen Art:

«Als Steven Spielberg auf mich zukam und mir gratulierte, sagte er: 'Davon werden Sie sich nie erholen.'». Und Spielberg muss es wissen. Er ist nicht nur einer der erfolgreichsten US-Regisseure überhaupt, er war zwei Jahre jünger als Donnersmarck, als er für seinen Film «Begegnung der dritten Art» (1978) für den Oscar nominiert wurde. Gewonnen hat er ihn nicht, das kam erst später, als er 1994 für «Schindlers Liste» gleich mehrfach ausgezeichnet wurde.

«Steht ihm gut»
Und auch eine deutsche Kollegin meint, dass nun einiges auf Donnersmarck zukomme: «Die Auszeichnung steht ihm gut, auf den Fotos sieht er aus wie einer, der unbedingt nach Amerika muss», sagte Regisseurin Caroline Link, die im Jahr 2003 für «Nirgendwo ist Afrika» mit dem Oscar geehrt wurde, der Nachrichtenagentur dpa.

«Wenn ich nicht im gleichen Jahr ein Kind bekommen hätte, wäre ich vielleicht auch mal für ein halbes Jahr in die USA gegangen, um auszuprobieren, was geht und meine Projekte voranzutreiben. So hat's der liebe Gott entschieden - Baby und Oscar passen nicht so optimal zusammen.» Zumindest nicht, wenn man eine Frau ist, denn auch Donnersmarck erwartet gerade Nachwuchs. (nz)