08.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Dani Levy und Hitler-Darsteller Helge Schneider
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
«Wie ein Kind» habe er sich bei der Arbeit an seinem neuen Film «Mein Führer» gefreut, sagt Regisseur Dani Levy. Das sei bei diesem Thema eigentlich «total absurd».
Journalisten geben gern die Binsenweisheit weiter über die Themen, die immer gelesen werden: «Hitler, Brüste, Dinosaurier». Zumindest Ersterer sorgt derzeit für großes Interesse am neuen Film von «Alles auf Zucker»-Regisseur Dani Levy. Die Tragikomödie «Mein Führer. Die wirklich wahrste Wahrheit über Hitler» ist der Aufreger gleich zu Beginn des deutschen Kinojahres. Für den Regisseur war die Arbeit auch befreiend.
Als «verdrängte, dämonisierte Schreckensfigur» habe Hitler ihm schon lange Zeit im Kopf herumgespukt, sagte der jüdische Regisseur im Interview mit der Zeitschrift «Woman». «Meine Mutter hat es gehasst, darüber zu sprechen. Das ging so weit, dass ich wie gelähmt der deutschen Geschichte gegenüber aufgewachsen bin, völlig taub», so der 49-Jährige.
Die Arbeit am Drehbuch empfand er dann auch als einen regelrechten Befreiungsschlag: «Ich war wie ein Kind, das hat mir so viel Spaß gemacht - bei diesem Thema total absurd.»
Menschenfleisch gerochenWie so viele Menschen stellt auch Levy sich die Frage, wie aus Menschen Nazis werden konnten, die das Leid anderer Menschen schlicht nicht interessiert. «In gewisser Hinsicht war der Nationalsozialismus ein Aufstand der geschändeten Seelen.» Das Schmerzhafte dabei sei, dass dabei den Deutschen etwas «zutiefst entsprochen» habe: «Menschen wurden auf der Straße verprügelt, deportiert, es haben Kamine geraucht, es hat nach Menschenfleisch gerochen - es war also vielen Deutschen klar, was passiert.» (nz)
«Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler» mit Helge Schneider in der Rolle des Diktators kommt am 11. Januar in die Kinos.