netzeitung.de«Hitler war kein Gemütskerl mit dicken Backen»

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Helge Schneider als Führer (Foto: PR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Helge Schneider als Führer
Foto: PR
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Wenige Tage vor dem Kinostart von «Mein Führer» mit Helge Schneider hat die Berliner Publizistin Rosh den Streifen heftig kritisiert. Ein Rabbiner lobte den Film dagegen. Bilderschau: Bilder aus Dani Levys Film

Die Mitinitiatorin des 2005 eingeweihten Holocaust-Mahnmals in Berlin, Lea Rohs, hält den humoristischen Ansatz des Films «Mein Führer» mit Komiker und Musiker Helge Schenider für falsch: «Ich sehe keine Möglichkeiten, Hitler lächerlich zu machen - es sei denn, man ist ein Genie wie Charlie Chaplin», sagte Rohs den «Lübecker Nachrichten».

Ein solcher Film verniedliche das Grauen. «Unter den Ausschnitten, die ich gesehen habe, war eine Szene, in der Hitler in einer Badewanne sitzt und mit einem Kriegsschiff spielt. Es war ja in Wahrheit ganz anders, es war tödlich! Hitler war kein gemütlicher Kerl mit dicken Backen. So kommt man dieser Figur nicht nah.»

Noch könne man mit dem Thema nicht angemessen umgehen, da könnten noch 200 Jahre vergehen, sagte Rosh. Und auch dann sei ein humoristischer Ansatz falsch: «Zu lachen wird es nie etwas geben, auch nicht in 200 Jahren.»

Der in Berlin lebende Brite Walther Rothschild, Landesrabbiner von Schleswig-Holstein, schrieb in der Berliner «tageszeitung» dagegen über den Film von Dani Levy, den er für das Blatt ansah. «Vielleicht kann Deutschland sich nur heilen, wenn Deutsche wirklich über diesen Mann lachen können - als Verführer statt Führer. Es wird kein feiner Humor sein, aber doch heilsam», so Rothschild. Der Rabbiner fügte hinzu: «Man lacht, und man denkt, und man weint. Weil die wahrste Wahrheit immer scherzhaft und schmerzhaft sein muss.» (AP)