05.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Szene aus 'Mein Führer' mit Helge Schneider und Ulrich Mühe
Foto: PR
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Helge Schneider bleibt bei seiner kritischen Meinung zu dem Film «Mein Führer», in dem er Hitler spielt. Und dass alle darüber berichten, ist besser als die größte Werbekampagne.
Helge Schneider ist das Beste, was Dani Levys Film «Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler» passieren konnte. Zum einen, weil er sich als brillanter Darsteller zeigt, obwohl bereits im Vorfeld viele verunsichert waren, dass ausgerechnet der Entertainer die Rolle des Adolf Hitler übernommen hat. Zum anderen weil er gerade mit kritischen Äußerungen über das Endprodukt für größte Aufmerksamkeit sorgt. Die hätte keine Marketingkampagne der Welt sicherstellen können.
Nachdem am Donnerstag der Produzent des Films versucht hatte, Schneiders Aussagen in einer Schweizer Zeitung zu relativieren, legt der Musiker nun nach in neuen Interviews.
«Der Film ist sicher nicht schlecht, aber ich hab' da nicht so einen Thrill erfahren dabei», sagte er dem RBB-Sender Radioeins. «Tut mit leid, ich find' den eben nicht so lustig.» Sein persönliches Verhältnis zu Regisseur Levy sehe dadurch nicht getrübt. «Dani und ich sind weiter Freunde. Man muss ja nicht einen Film, wo man mitgemacht hat, bloß aus irgendwelcher Solidarität dann supergut finden.»
Käsebrot und KatzekloDie Zeitung «Die Welt» zitiert den Musiker am Freitag mit den Worten: «Ich habe diese Rolle nebenbei gespielt, was ich als Hobby sehe - ich bin ja kein Schauspieler, ich bin Darsteller. Das ist auch der Grund, warum ich das so locker machen konnte: Ich habe da keinen Druck. Ich muss jetzt nicht von Hollywood entdeckt werden. Weil ich Musiker bin. Weil ich immer mein Käsebrot spiele und Katzeklo.»
Mit seiner Leistung als Hitler-Darsteller sei er übrigens durchaus zufrieden, sagte Schneider. Allerdings hätte er den Diktator «anders dargestellt», als es Drehbuch und Regisseur verlangten. «Da bin ich nur der Darsteller, der den Text abnudelt. Alles andere, wo nicht gesprochen wird, das bin ich. Ich habe nix am Text verändert, ich bin dafür nicht zuständig.»
Die Tragikomödie über einen jüdischen Schauspieler, der aus dem KZ Sachsenhausen geholt wird, um Hitler im Dezember 1944 auf die Neujahrsrede vorzubereiten, kommt am 11. Januar in die Kinos. (nz)