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Kasachstan schickt Borats Bruder

23. Okt 2006 16:15
Borat auf der Suche nach Pamela
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Einen Angriff nach vorn könnte man die jüngste Aktion der Regierung Kasachstans in Sachen «Borat» nennen. Der «Journalist» bekommt Familienbesuch.

Das Gezerre um Borat hält bereits eine Weile an. Doch nun hat Kasachstan gute Chancen, vom neuesten Coup des britischen Komikers Sacha Baron Cohens zu profitieren.

Die erste Borat-Meldung liegt bereits mehr als ein Jahr zurück. Im August 2005 war Ali G in Deutschland noch die bekannteste Figur Cohens. Doch der hatte sein Repertoire noch um den kasachischen Journalisten Borat Sagdijew erweitert. Und eben dieser hatte Pamela Anderson angeblich mit einem Rugby-Tackling zu Boden gerissen, als die gerade eine Hundehochzeit feierte.

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Seitdem hat Borat viel erlebt: Bei den MTV Europe Music Awards in Lissabon nannte er Madonna einen Transvestiten, er verärgerte ganz Kasachstan, weil zu seiner Figur ein durchaus beleidigendes Porträt des zentralasiatischen Landes gehört. Unter anderem begrüßte er die MTV-Awards-Zuschauer mit den Worten: «Mein 13-jähriger Sohn kommt zu Fuß, mit seinen zwei Frauen und drei Kindern. Wenn er die Reise überlebt, habe ich ihm versprochen, dass er mit der kolumbianischen Prostituierten Shakira schlafen darf». Zudem werde in seiner Heimat Wein aus Pferdeurin gemacht und Antisemitismus in Volksliedern besungen.

Die kasachische Regierung hatte ihm daraufhin unterstellt, möglicherweise «einer politischen Richtung anzugehören, die die Herabwürdigung Kasachstans verfolgt». Einzige Konsequenz war dann allerdings die Schließung von Borats kasachischer Website.

Doch hat Borat sich nicht beirren lassen. Im November läuft sein Film in den deutschen Kinos an. Und bei dem kommt es auf den Titel an, den sich möglicherweise nun auch kasachische Beamte genauer angesehen haben «Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan» (Borat: Kulturelle Erkundung Amerikas zum Wohle der glorreichen Nation Kasachstan).

Demaskierung des gemeinen Amerikaners

Darin streift der «Journalist» durch die Vereinigten Staaten und sorgt viel deutlicher als Michael Moore es je könnte für eine Demaskierung des gemeinen Amerikaners.

Ob es nun daran liegt, dass sie sich den Film angesehen haben oder aber der kasachische Tourismus einen Boom erlebt, auf jeden Fall sind dieser Tage ganz neue Töne aus Kasachstan zu hören.

Wein aus Trauben

Borat
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«Ich möchte Cohen hierher einladen», gab zuerst der stellvertretende Außenminister Rakhat Alijew bekannt. Doch damit nicht genug: Nun beweist Kasachstan Humor, indem es dem falschen Kasachen einen falschen Bruder auf den Hals schickt.

Jantik werde seinen Bruder anlässlich der Premiere in London in der kommenden Woche besuchen. Und dort werde er «Pferdefleisch-Würstchen verschenken und die Wahrheit über sein Heimatland verkünden», berichtet der Onlinedienst «Ananova».

Jantik kommt

Gespielt werde Jantik von Jantemir Baimukhamedow, Kastachstans bekanntestem Entertainer. Der 33-Jährige habe ursprünglich in London Diplomatie studiert und moderiert in Kasachstan die lokale MTV-Version. «Ich komme, um meinen Bruder zu sehen. Wir haben uns lange nicht gesehen, ich komme, um ihn zurückzuholen», so die Umschreibung seiner Aufgabe.

Als Baimukhamedow fügte er jedoch etwas ernster hinzu: «Ich liebe Sachas ältere Arbeit, aber jetzt zielt er auf ein Teenager-Publikum ab mit beleidigendem und kindischem Humor.» Er wolle ihn zum Duell herausfordern.

Bare Münze

Kasachstans größte Kinokette hat währenddessen angekündigt, den Film nicht ins Programm zu nehmen. Der Film sei eine Lüge, so die Begründung. Und eine Schande, denn man schließe nicht aus, dass manche Amerikaner für bare Münze nähmen, was sie in Borats Films zu sehen und zu hören bekommen. (nz)

 
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