20. Okt 2006 16:45
Sacha Baron Cohen alias Ali G. bekommt nun auch in Deutschland Ärger wegen seines neuen Films 'Borat'. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung gegen ihn.
Für Freunde der politischen Korrektheit ist «Borat», der neue Film des britischen Komikers Sacha Baron Cohen tatsächlich eine Zumutung: Darin spielt der auch als Ali G. bekannt gewordene Comedian den kasachischen Reporter Borat Sagdiyev, der seine Heimat naiv und unermüdlich als Hort von Aberglauben, Inzest, politischer Unterdrückung und Antisemitismus darstellt. Kasachstan selbst hatte wiederholt gegen seine Darstellung in der Satire protestiert, nun gibt es auch Kritik aus Deutschland.Das in Hamburg ansässige Europäische Zentrum für Antiziganismusforschung behauptet nämlich, dass der am 2. November in Deutschland startende Film zu Gewalt gegen die Roma und Sinti aufrufe.
So fragt Borat, der sich auf eine Reise durch die von ihm bewunderten USA aufmacht, einen Autoverkäufer, ob der von ihm begehrte Hummer-Jeep Schaden nehmen würde, wenn man damit in eine Gruppe Zigeuner fahren würde.An anderer Stelle wird eine dunkelhaarige Frau, die gerade ihr Haus ausräumt und mit dem angefallenen Krimskrams einen kleinen Flohmarkt betreibt, von ihm herrisch als Zigeunerin angesprochen.
Die Staatsanwaltschaft in Hamburg untersucht die Anschuldigungen und wird entscheiden, ob der Fall vor Gericht verhandelt wird. Neben Klischees über Zigeuner greift «Borat» übrigens auch Stereotype über Juden auf. Pikantes Detail: Der 35-jährige Brite, der als Möchtegern-Rapper Ali G. und «Da Ali G. Show» bekannt wurde, ist selbst Jude.(nz)