18.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Bastian Schweinsteiger (l.) und Regisseur Sönke Wortmann
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
«Deutschland. Ein Sommermärchen» sollte eigentlich schon bald nach dem Kinostart im Fernsehen laufen. Das Datum wurde nun weit nach hinten verschoben - ebenso wie dessen Verkauf als DVD.
Sönke Wortmann war ganz dicht dran. Über Wochen hatte der Regisseur die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit seinem Kamerateam begleitet. Bis in die Kabine folgte er dem WM-Team und filmte die Ansprachen von Trainer Jürgen Klinsmann, die Freudenfeiern und auch die Tränen, die flossen, als das Halbfinale gegen Italien verloren war.
«Deutschland. Ein Sommermärchen» heißt Wortmanns Dokumentation über die Fußball-WM, die am 5. Oktober in die Kinos kommen soll. Wegen der großen Begeisterung, die die Fußball-WM im «schwarz-rot-geilen» («Bild») Sommer hervorrufte, wird erwartet, dass Wortmanns Film ebenso erfolgreich wird.
Ursprünglich war geplant, dass der Film bereits acht beziehungsweise neun Wochen nach dem Kinostart im Fernsehen gezeigt werden und als DVD in den Handel kommen sollte. Dagegen hatten jedoch die Kinoketten Cinestar, Cinemaxx und UCI- Kinowelt protestiert - offenbar mit Erfolg. Nun wird der Film später als geplant weiterverwertet:
«Akzeptable Rahmenbedingungen» für den Film«Deutschland. Ein Sommermärchen» soll erst am 29. Dezember im Fernsehen gezeigt werden. Ab Februar 2007 soll er dann als DVD zu kaufen sein. Das gab der Kino-Branchenverband HDF nun bekannt, der mit dem WDR und der Kinowelt einen späteren Zweitverwertung vereinbart hat.
Begründet wird die Terminverschiebung mit der Begeisterung für die Fußball-WM, an die der Film anknüpfen soll. Die Kinos hätten nun die Chance, «den Menschen unter akzeptablen Rahmenbedingungen die Emotionalität der Fußball-Weltmeisterschaft über die große Leinwand zu präsentieren», sagte HDF-Vorsitzender Thomas Negele.
Ganz große GefühleDoch neben den großen Gefühlen, die die Kinobetreiber die Zuschauer in entsprechender Atmosphäre erleben lassen wollen, spielen sicher auch finanzielle Gründe eine nicht unerhebliche Rolle: Immerhin ist es so für die Kinobetreiber möglich, über einen längeren Zeitraum selbst von der Begeisterung für die WM zu profitieren. Ein Teil der Erlöse wird auch der gemeinsamen Kampagne der SOS-Kinderdörfer und der FIFA, «6 Dörfer für 2006», zu Gute kommen.
Regisseur Wortmann («Das Wunder von Bern») erhielt für seinen Film uneingeschränkten Zugang zu den Spielern und ihren Betreuern. Neben der Zeit im Trainingslager auf Sardinien zeigt der Film auch, was auf dem Spickzettel stand, den Torhüter Jens Lehmann im Elfmeterschießen gegen Argentinien las. «Für mich wird damit ein Traum wahr, denn der emotionale Blickwinkel des Films wird im Kino seinen ganz besonderen Reiz entfalten», sagte Wortmann. Ihm dürfte die zeitliche Verschiebung zumindest auch Recht sein. (nz)