24.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ein an sich trashiges Filmprojekt hat schon vor dem Kinostart eine riesige Internet-Fangemeinde. Um ihren Vorstellungen gerecht zu werden, gab es jetzt einen Nachdreh.
Am 18. August läuft ein neuer Thriller mit Samuel L. Jackson in der Hauptrolle an. Kurzfristig gab es jetzt einen Nachdreh, der maßgeblich durch die schon jetzt große Internet-Fangemeinde beeinflusst wurde.
Allein der Titel des «Snakes On A Plane» sei so schlecht, dass er schon wieder gut ist, fanden viele Internet-Filmfans und kreierten schon vor dem Filmstart Fan-Sites, Blogs, T-Shirts, Gedichte und Songs. Auch Hauptdarsteller Samuel L. Jackson fand den Titel so toll, dass er die Rolle annahm, ohne das Skript zu lesen. Er spielt einen FBI-Agenten, der einen Zeugen an Bord eines Passagierflugzeugs mit lauter losgelassenen Schlangen am Leben erhalten muss.
Nachdem die Dreharbeiten bereits vergangenen September abgeschlossen wurden, gab es jetzt einen fünftägigen Nachdreh, weil der Filmverleih beschlossen hat, die Altersbegrenzung für den Film von 13 auf 18 Jahre anzuheben und dementsprechend mehr Gewaltszenen einfügen wollte, berichtet die Filmsite «Imdb».
Künstlicher oder echter Hype?Was zuerst ganz nach einem furchtbaren Flop aussah, da den Machern offenbar kein besserer Titel als der Arbeitstitel «Snakes on a Plane» einfallen wollte, hat sich mittlerweile zu einem Internet-Phänomen entwickelt, wie es zuvor nur bei dem «Blair Witch Project» der Fall war. Auch damals hatte der Film im Internet bereits vor Filmstart eine Fangemeinde, wobei in dem Fall von 1999 eine lancierte Kampagne hinter dem Erfolg stand. Das scheint bei «Snakes» unwahrscheinlich, da der Film von Regisseur David R. Ellis nach dem Skript von John Heffernan bis jetzt noch nicht einmal eine vernünftige Website hat. Dennoch kann es sich auch in diesem Fall um einen künstlichen Hype handeln.
Nachdem man Jackson für die Heldenrolle gewinnen konnte, sollte der Film in «Pacific Air Flight 121» umbenannt werden, was mehr nach einem Thriller als nach einem Trash-Film klingt. Aber schon während der Dreharbeiten erwärmten sich zahlreiche Filmfans für die New-Line-Produktion mit dem «klaren und unmissverständlichen Titel», wie der Fan Brian Finkelstein von «Snakesonablog» schwärmt.
Schließlich sah die Produktionsfirma ein, dass so viele Fans nicht irren können. Als auch Jackson gegenüber der Newssite «Collider» sagte, einen solchen Film wolle man entweder sehen, oder eben nicht, blieb es bei dem Titel.
Dem Geschmack der Fans entsprechendInzwischen gibt es auch einen ersten Trailer, der ganz dem Geschmack der Fangemeinde entsprechen soll. Während der Dreharbeiten dazu ging man offenbar gleich aufs Ganze und entschloss sich, durch mehr Sex, Tod und Gewalt den Fans das zu geben, was sie offenbar erwarten. Und so wurde durch den Nachdreh der Film womöglich erst zu dem, für den ihn viele schon lange halten.(nz)