netzeitung.de«Sophie Scholl»: Statt Oscar Paris Hilton

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Bei den Oscars: "Sophie Scholl"-Regisseur Marc Rothemund und Schauspielerin Julia Jentsch (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bei den Oscars: "Sophie Scholl"-Regisseur Marc Rothemund und Schauspielerin Julia Jentsch
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Dabei sein ist alles: Für Marc Rothemund war die Oscar-Verleihung ein Fest. Obwohl er leer ausging, standen prominente Gratulanten bei ihm Schlange.

Regisseur Marc Rothemund ist nach eigenen Worten überhaupt nicht enttäuscht, dass sein Film «Sophie Scholl - Die letzten Tage» bei der Oscar-Verleihung keine Auszeichnung erhielt. «Selbst nach der Zeremonie hat man bei uns Schlange gestanden, um uns zu gratulieren», sagte der 37-Jährige am Montagmorgen mitteleuropäischer Zeit im Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur AP.

Houston den Film-Stoff weggeschnappt
Stars wie Jodie Foster und Jennifer Lopez hätten gratuliert und Angelica Huston, die ebenfalls die Geschichte der Geschwister Scholl verfilmen wollte. Außerdem gratulierte Paris Hilton, der ein Tag vor der Oscar-Verleihung die zweifelhafte Ehre zu Teil wurde, mit dem Spottpreis «Goldene Himbeere» in der Kategorie «Schlechteste Nebendarstellerin» für ihre Rolle in dem Horrorfilm «House of Wax» ausgezeichnet zu werden.

Knapp dem Herzinfarkt entgangen
Der Gewinner-Film «Tsotsi» sei ein verdienter Sieger, sagte Rothemund. Die südafrikanische Geschichte über einen Straßenjungen sei auch immer Favorit gewesen. «Sophie Scholl» sei nah dran gewesen, das habe der Applaus gezeigt, meinte er. Die größte Freude des Abends sei der Oscar für «L.A. Crash» als bestem Film: «Das war so eine Überraschung, so eine Partystimmung hier», sagte Rothemund.

Während der Oscar-Verleihung sei er «nur noch nervös» gewesen, als er gesehen habe, dass sogar erfahrene amerikanische Kollegen vor Aufregung zitterten und ins Stottern gerieten. Er habe gedacht: «Hoffentlich muss ich nicht hoch, ich würde an einem Herzinfarkt sterben», sagte Rothemund.

Jentsch feiert ohne Ende
Zuvor hätte er nicht gedacht, wie stark alle nominierten Filme gefeiert würden, freute sich Rothemund. «Es gibt immer fünf Gewinner.» Über Hauptdarstellerin Julia Jentsch sagte der Regisseur: «Sie feiert ohne Ende.» Sie habe unter anderen mit George Clooney geredet, der einen Flyer mit Informationen über «Sophie Scholl» auf dem roten Teppich aus seiner Tasche hervorgezogen habe.

Marc Rothemund sagte auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, einen Film in den USA zu drehen: «Absolut. Ich bin neugierig und arbeitslustig.» In der Kategorie «bester fremdsprachiger Film» nominiert waren auch die französisch-deutsche Koproduktion «Merry Christmas», die pälastinensisch-deutsche Koproduktion «Paradise Now» und der italienische Film «La Bestia Nel Cuore».(nz)