netzeitung.deHollywood und Sicherheit in Venedig

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Festivalchef Marco Müller (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Festivalchef Marco Müller
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Am Mittwoch beginnt das 62. Filmfest von Venedig. Stars und Filme aus Hollywood sollen gegen die zunehmend erstarkende Konkurrenz helfen. Ein deutscher Film ist nicht im Wettbewerb.

Im vergangenen Jahr hatte es ja bereits ganz gut geklappt: Der neue Direktor Marco Müller brachte das Mostra Internazionale D'arte Cinematografica, das älteste Filmfestival der Welt, in die Schlagzeilen: Mit der Premiere von «Shark Tale», Lauren Bacalls abfälligen Bemerkungen über Nicole Kidman oder auch den wüsten Drohungen von Produzent Harvey Weinstein nach diversen Organisationspannen.

Das war auch bitter nötig, denn trotz der Ursprünge des Filmfests, die bis zurück ins Jahr 1932 reichen, wurde Venedig in den fünfziger Jahren schnell von Cannes überflügelt, an dessen Croisette sich die Stars alljährlich drängeln. Auch dem wachsenden Interesse der Industrie an der Berlinale hat die Lagunenstadt nur wenig entgegen zu setzen. Und dann gibt es auch noch die Filmfeste von Sundance, Toronto und New York.

Doch Müller, der im vergangenen Jahr Moritz de Hadeln ablöste, will auch in diesem Jahr entschieden dagegen halten: «Venedig ist ein Festival der großen Filme und großen Regisseure. Wir haben Glamour und Glitzer, aber wir sind auch ein Publikumsfestival», zitiert ihn die BBC.

Von Clooney bis Binoche
19 Filme konkurrieren bis zum 10. September um den Goldenen Löwen. Ein deutscher Film ist im Wettbewerb nicht vertreten. In einer Nebenreihe läuft allerdings Werner Herzogs «The Wild Blue Yonder», eine Fantasy-Geschichte über Astronauten, die im Weltall verloren gehen.

Auf dem roten Teppich werden unter anderem Gwyneth Paltrow, George Clooney und Matt Damon erwartet. Auch Juliette Binoche, Tim Robbins, Susan Sarandon und Ralph Fiennes haben ihr Kommen in Aussicht gestellt. Terry Gilliams «Die Brüder Grimm» werden gezeigt und auch Ang Lees «Brokeback Mountain». «Das zeigt wie wichtig Venedig für das amerikanische Kino ist», so Müller weiter. Und hofft wohl, dass das 62. Festival nicht nur in den venezianischen Lagunen Wellen schlägt. Eröffnet wird das Festival von Tsui Harks Historienspektakel «Seven Swords».

Scharfe Sicherheitskontrollen
Doch neben all dem Glitter ist auch die Realität am Lido vertreten. Italien gilt wegen seiner Truppenpräsenz im Irak derzeit als eines der Hauptziele islamischer Terroristen. Das gesamte Festival-Gelände wurde deshalb von Polizei und Militär abgeriegelt und kann nur nach strengsten Kontrollen wie am Flughafen betreten werden. Es heißt, selbst die Ehrengäste der Eröffnungsgala müssen Metalldetektoren passieren. (nz)