netzeitung.deDeutscher Filmpreis: «Alles auf Zucker» Favorit

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'Alles auf Zucker' (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe 'Alles auf Zucker'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In 16 Kategorien wird am kommenden Freitag der Deutsche Filmpreis vergeben. Gute Chancen hat Regisseur Dani Levy.

Für die Lola beginnen neue Zeiten. Erstmals küren die 600 Mitglieder der neu gegründeten Deutschen Filmakademie die Sieger des 55. Deutschen Filmpreises mit der goldenen Trophäe in Frauengestalt. Von Filmproduzent Bernd Eichinger («Der Untergang») kam vor drei Jahren der Vorschlag, eine Filmakademie mit Vertretern der gesamten deutschen Filmbranche zu gründen, die die Filmpreise nach dem Vorbild der alljährlich die Oscars vergebenden Academy verleiht. Nun ist es soweit. Michael «Bully» Herbig wird an diesem Freitag in der Berliner Philharmonie durch die Filmpreis-Gala führen. Es werden 2000 Gäste erwartet.

«Wenn man die Entscheidungen der Akademie für die Nominierungen sieht, dann weiß man, dass man jetzt alle anfänglichen Bedenken über Bord werfen kann», sagt Kulturstaatsministerin Christina Weiss, von der weiter das Geld für den mit insgesamt rund 2,9 Millionen Euro höchst dotierten nationalen Kulturpreis kommt. Kritiker hatten im Vorfeld befürchtet, der Einfluss der Produzenten könne zu groß sein und kleinere Filme keine Chance mehr haben.

Tatsächlich finden sich unter den 16 Nominierungskategorien große Produktionen wie Eichingers Hitler-Film «Der Untergang» neben kleinen Filmen wie Maren Ades Lehrerinnen-Drama «Der Wald vor lauter Bäumen.» Im Gedenkjahr zum 60. Jahrestag des Kriegsendes sind in der Kategorie «Bester Spielfilm» zwei Regiearbeiten nominiert, die von der Nazi-Diktatur berichten: Volker Schlöndorffs «Der neunte Tag» mit Ulrich Matthes sowie Marc Rothemunds «Sophie Scholl - Die letzten Tage» mit Julia Jentsch.

Bruno Ganz und August Diehl
«Der Untergang» ist nicht als bester Film nominiert, erhielt aber drei Nominierungen in der Kategorie Schauspiel: Hitler-Darsteller Bruno Ganz tritt in der Kategorie Beste männliche Hauptrolle gegen Ulrich Matthes und August Diehl (beide «Der neunte Tag») sowie Henry Hübchen («Alles auf Zucker») an. Die «Untergang»- Darstellerinnen Corinna Harfouch und Juliane Köhler sind in der Kategorie Beste weibliche Nebenrolle nominiert.

Mit gleich zehn Nominierungen geht die deutsch-jüdische Familiengeschichte «Alles auf Zucker» von Dani Levy als großer Favorit ins Rennen - die einzige klassische Komödie in der Kategorie Bester Spielfilm. Das Drama «Der neunte Tag» folgt mit acht Nominierungen. Um den Hauptpreis konkurrieren außerdem «Der Wald vor lauter Bäumen» von Maren Ade sowie «Die fetten Jahre sind vorbei» von Hans Weingartner und «Agnes und seine Brüder» von Oskar Roehler.

Qualitätsmaßstäbe
«Ich hoffe, dass man sich jetzt mit bestimmten Entscheidungen auseinander setzt und sich fragt, welche Qualitätsmaßstäbe gelten», so Akademie-Vorstand Stefan Arndt in der Fachzeitschrift «Filmecho». Der Filmakademie gehören alle bisherigen Filmpreis-Gewinner sowie weitere Schauspieler, Regisseure und Produzenten an. Akademie-Präsidenten sind die Schauspielerin Senta Berger und der Produzent Günter Rohrbach. Im Vorstand sitzen unter anderem der deutsche Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus, Regisseur Tom Tykwer und die Schauspielerinnen Meret Becker und Jasmin Tabatabai.