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Als Salvador Dalí mit Walt Disney...

20. Okt 2004 07:45
Salvador Dalis 'Destino'
Mitte der 40er Jahre hat der gefeierte Surrealist Salvador Dalí mit dem Trickfilmer Walt Disney kooperiert. Doch brauchte der Film knapp 60 Jahre bis zur Aufführung.

In den 40er Jahren hatte der Künstler Salvador Dalí sein Glück in Hollywood versucht. Seine surrealistischen Visionen fanden sich als Traumsequenzen in Alfred Hitchcocks «Ich kämpfe um dich» mit Gregory Peck und Ingrid Bergmann sowie in Vicente Minnellis «Der Vater der Braut» mit Spencer Tracy und Elizabteh Taylor wieder. Seine Zusammenarbeit mit Walt Disney wurde jedoch aus finanziellen Gründen bald wieder eingestellt. Das Geld wurde in Kriegspropaganda und nicht in inovativen Trickfilm gesteckt. 58 Jahre später hat der kleine Film aber doch sein Publikum erreicht.

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«Destino» handelt von einer Frau mit winziger Taille und smaragdgrünen Augen, die durch eine Wüste voll schmelzender Uhren und verschobener Perspektiven wandert, auf der Suche nach ihrem Geliebten. Ein Baseballspiel gibt es auch. In sechs Minuten habe Dalí seine Kunst in einen Trickfilm gebannt, der allerdings nach Ansicht einiger Kunstkritiker eher «Diät-Dalí» zu nennen sei, schreibt «The Art Newspaper».

Zur Zeit ist der Film auf mehreren Filmfestivals und erstmals in einer Ausstellung in New York zu sehen, passend zum Dalí-Jahr, das seit dem 11. März des hundertsten Geburtstags des Künstlers gedenken soll. Die Geschichte des Films ist fast ebenso surreal wie Dalís Kunst:

Salvador Dalí
«Destino» basiert auf einer Ballade des mexikanischen Musikers Armando Dominguez und erzählt eine Liebesgeschichte. Inhaltlich sei er von einem Gemälde Dalís aus dem Jahr 1939 inspiriert: «Schwäne spiegeln Elefanten».

Auf dem Gästeklo von Disneys Tochter

Dalí hatte Walt Disney auf einer Dinner-Party in Hollywood kennengelernt, berichtet die Zeitung. Er sah in ihm trotz weltanschaulicher Differenzen - der eine Provokateur, der andere rechtsgerichteter Unternehmer - einen Bruder im Geiste. Für Dalí waren Disneys «Pinocchio» und «Fantasia» Surrealimus, der Kunstsammler Disney fand Dalí vielversprechend.

So wurde dem spanischen Künstler der Regisseur John Hench zur Seite gestellt, und zusammen erarbeiteten beide diverse Entwürfe, Zeichnungen und auch einen 15 Sekunden langer Testfilm. Doch der Film blieb unvollendet. Wegen des bereits erwähnten Geldmangels wurde die Arbeit schließlich eingestellt.

Die Entwürfe, die man für wertlos hielt, landeten im Disney-Archiv, so der Bericht. Eine paar Jahre später seien einige von Dalís Bildern auch noch von einem Angestellten gestohlen worden. Sie tauchten jedoch später wieder auf. Walt Disneys Neffe Roy Disney will wissen, dass Walts Tochter Diane zwei Bilder aus der unfertigen Produktion besessen habe. Eines davon habe auf ihrem Gäste-Klo gehangen.

25 Animatoren für sechs Minuten

Walt Disney
In den 90er Jahren schließlich, als die Preise für Dalís Werke, nachdem der Künstler 1989 gstorben war, kräftig anzogen, wurde Disney angewiesen, dass die im Besitz des Unternehmens befindliche Kunst Dalís ihnen nicht gehöre, so lange der Film nicht im Sinne des Künstlers fertig gestellt sei.

Dies war sicherlich einer der Gründe, warum das Projekt «Destino» erneut auf die Zeichentische kam. Und so wurde der Kurzfilm unter der Regie von Dominique Montfery und mit Hilfe von 25 Animatoren doch noch fertig gestellt. Dalís Originale dienten als Vorlage. Um fehlende Bilder zu ersetzen, seien auch Computer zum Einsatz gekommen, so «Art Newspaper». 2003 war «Destino» endgültig fertig gestellt und wurde 2004 sogar für einen Kurzfilm-Oscar nominiert.

Laut Walt Disney war «Destino» «nichts weiter als eine kleine Liebesgeschichte». Doch auf Grund des großen Publikumsinteresses soll daraus nun mit viel Aufwand auch noch eine DVD entstehen, die die Geschichte der sechs Minuten dokumentiert. (nz)

 
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