netzeitung.deDer heimliche Deutsche in Hollywood

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Der Durchbruch: Kretschmann in der 'Der Pianist' (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Durchbruch: Kretschmann in der 'Der Pianist'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Thomas Kretschmann spielt seit Jahren in großen Hollywood-Produktionen mit. Nur fand das in der Heimat bisher wenig Beachtung. Das werde sich mit seiner Rolle in «King Kong» ändern, sagt der Schauspieler.

Thomas Kretschmann hat weder so ein einprägsames Narbengesicht wie Jürgen Prochnow, noch hat er die Muskelberge eines Ralf Möller vorzuweisen. Ihm fehlt auch die Niedlichkeit eines Til Schweiger. Sein Gesicht ist so durchschnittlich, dass man es sich kaum merken kann. Trotzdem hat Kretschmann es in Hollywood geschafft. Nur ist das in Deutschland bisher kaum bekannt.

Als er neben Adrien Brody in «Der Pianist» zu sehen war, gab es zwar ein paar Hochglanzbilder, doch war der Mann aus Dessau genauso schnell wieder weg aus den People-Magazinen, wie er gekommen zu sein schien. Dabei steht der 41-Jährige seit rund 25 Jahren vor der Kamera.

Er spielte unter anderem schon an der Seite von Isabelle Adjani («Bartholomäusnacht»), Charlize Theron («Head in the Clouds»), Wesley Snipes («Blade 2»), Harvey Keitel («U-571») und Pamela Anderson («V.I.P.»). Gerade arbeitet er mit Oscar-Regisseur Peter Jackson («Der Herr der Ringe») an «King Kong». Und nun sei sein großer Durchbruch in Hollywood unabwendbar, sagt Kretschmann.

«Das ist das meisterwartete Projekt, sagt man in Hollywood. Größer, besser und kommerzieller geht's nicht. Damit ist man automatisch in der A-Liga», betonte der Schauspieler im Interview mit «TV Spielfilm». «Ich spiele den Kapitän des Frachters und habe damit eine der fünf Hauptrollen ergattert.»

Fünf große Filme
Seitdem er in Roman Polanskis «Pianist» den Nazi Wilm Hosenfeld gespielt habe, könne er sich vor Rollenangeboten kaum retten. Der Film «scheint mir in Hollywood gerade alle Türen zu öffnen. Als herauskam, dass ich in 'King Kong' dabei bin, wurden mir fünf weitere große Filme angeboten.»

Doch leider habe er keine der Rollen annehmen können: «Sogar die Hauptrolle in der Comicverfilmung 'The Fantastic Four' musste ich ablehnen. Darüber darf man sich nicht ärgern, sonst wird man verrückt.»

Als er erfahren habe, dass Jackson ihn unbedingt für «King Kong» haben wollte, sei er «fast vom Stuhl gefallen». «'King Kong' kam völlig aus dem Nichts. Das ist Glück, und nach diesem Prinzip funktioniert das Filmgeschäft», so Kretschmann. Man könne in Hollywood nicht kalkuliert vorgehen.

Nazis und Monster
Ab dem 16. September ist der Schauspieler in der deutschen Produktion «Der Untergang» zu sehen. Eine Woche später tritt er neben Model Milla Jovovich in der Horror-Fortsetzung «Resident Evil: Apocalypse» auf. «Manchmal muss man nehmen, was kommt, wenn die Zeiten schlecht sind, und im Glücksfall ist es eine tolle Rolle. Ich habe mir diesen Beruf ausgesucht, und nun muss ich davon leben», sagt der Mime über seine Rollenauswahl.

Er bleibe in Hollywood, weil es gut für ihn sei, so der ehemalige Theater-Schauspieler. «Ich bin aber auch nicht hingegangen, um unter allen Umständen Karriere zu machen. Ich wollte einfach nur mal schauen.» (nz)