netzeitung.deSeltsam antiquiert: Halle Berrys «Catwoman»

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Sharon Stone und Halle Berry in 'Catwoman' (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Sharon Stone und Halle Berry in 'Catwoman'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Seit ihrem Oscar-Gewinn läuft es für Halle Berry denkbar schlecht: Auch in ihrem neuen Film «Catwoman» ist sie als Schauspielerin kaum gefordert.

Der letzte ganz große Auftritt der Halle Berry liegt schon zwei Jahre zurück: Da bekam die jetzt 35-Jährige als erste Farbige den Oscar für die beste Hauptrolle überreicht, für den Film «Monster's Ball».

Der große Beifall, ihre Rührung, aber auch ihre flammende Dankesrede ließen damals eigentlich nur einen Schluss zu: Hollywood hat einen neuen Superstar. Seitdem jedoch ist es eigenartig still geworden um Halle Berry. Viel Publicity brachte ihr lediglich noch ihr Auftritt an der Seite von Pierce Brosnan als Bond Girl in «Die Another Day» ein.

Schlagzeilen statt Kritikerlob
Spätere Filme wie der Horrorthriller «Gothika» oder dem Science-Fiction Film «X2» waren dann zwar für die Produzenten finanziell erfolgreich, taten aber wenig, um Berry wirklich in der ersten Liga der Hollywood-Schauspieler zu etablieren. Stattdessen erfreute sich die US-Boulevardpresse an der Scheidung von ihrem angeblich «sexsüchtigem» Ehemann Eric Benet, der seine Frau oft betrogen haben soll.

Nun startet mit «Catwoman» der neueste Film Berrys, und wieder werden die Cineasten enttäuscht sein. Das 137 Millionen Dollar teure Actionspektakel, das der seit den 60er-Jahren erfolgreichen Serienfigur ein bleibendes Denkmal hätte setzen können, ist bei den Krikern und an der US-Kinokasse bereits durchgefallen. Nun startet der Film auch in Europa, und auch hier sind die Verrisse zahlreicher als die wohlwollenden Stimmen.

Showdown mit Sharon Stone
Kein Wunder, denn schon die ersten Stills von den Filmaufnahmen zeigten eine erstaunliche Lieblosigkeit, was die Hauptfigur angeht. Die schäbige Kostümierung sieht schon jetzt veraltet aus, so dass selbst der bereits aus dem Jahr 1992 stammende Catwoman-Auftritt von Michelle Pfeiffer in «Batmans Rückkehr» weit erotischer wirkt.

Die via Promotion-Interview verbreitete Aussage, dass Berry ihr «hautenges Kostüm» - eine (zerrissene) Hose mit Latex-BH - vor Spieleifer gesprengt haben soll, wirkt da eher komisch.

Action statt Schauspielerei
Schlimmer noch ist das Drehbuch, das seiner Hauptfigur angesichts der verwirrenden Handlung auch nicht den Hauch einer Charakterbildung zugesteht. Ohnehin, da sind sich die Rezensenten einig, setzt der französische Regisseur mit dem Künstlernamen Pitof lieber auf Actionszenen und spektakuläre Kamerafahrten. Und so ist der schauspielerische Höhepunkt in dem Streifen ausgerechnet dem Treffen mit einer anderen, in Hollywood zuletzt etwas in Vergessenheit geratenen Diva geschuldet: Sharon Stone, die noch immer - und demnächst schon wieder - von ihrer Rolle im Erotikthriller «Basic Instinct» zehrt, liefert sich mit ihr immerhin einen beeindruckenden Showdown.

Auf einen Film, in dem Berry ihr schauspielerisches Talent zeigen kann, müssen die Fans aber weiter warten - laut der Filmdatenband imdb.com sind auch demnächst nur fragwürdige Thriller und Horrorfilme mit ihr in Planung. Ob das an ihrer schlechten Rollenwahl oder aber den schlechten Angeboten liegt, sei dahingestellt. Aber vielleicht gelingt Berry ja in einer anderen neuen Rolle ein guter Film: Sie wird sich auch als Film-Produzentin versuchen. (nz)